Newsletter Türkei Februar 2018

Wirtschaft

Monatsdaten im Überblick

Wirtschaftswachstum

Inflation

Inflationsanstieg weiter verlangsamt
Im Januar 2018 sind die Verbraucherpreise in der Türkei um 1,02 % im Vergleich zum Vormonat und um 10,35 % gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen. Dabei hatte die Warengruppe Diverse Waren und Dienstleistungen mit 2,96 % den höchsten Anstieg zu verzeichnen, vor Einrichtungs- und Haushaltsgegenständen mit 2,44 %. Am stärksten zurück ging die monatliche Teuerung bei Kleidung und Schuhen (-6,02 %). Den höchsten Preisanstieg verglichen mit vor einem Jahr gab es beim Verkehrswesen (16,02 %). Gleichzeitig erhöhte sich der inländische Erzeugerpreisindex um 12,14 % auf Jahres- und um 0,99 % auf Monatsbasis.
5. Feb. 2018

Im November 10,3 % Arbeitslose
Im November 2017 waren in der Türkei etwa 3,3 Millionen Menschen im Alter ab 15 Jahren ohne Arbeit, rund 440.000 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote sank gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,8 Prozentpunkte auf 10,3 %. Die Jugendarbeitslosigkeit in der Altersgruppe von 15 bis 24 Jahren verringerte sich im gleichen Zeitraum auf 19,3 %. Die Erwerbsquote nahm auf insgesamt 52,8 % zu, bei der weiblichen Bevölkerung lag sie bei 33,8 %. Von den in diesem Zeitraum Erwerbstätigen waren 54,6 % in der Dienstleistungsbranche beschäftigt, 19,2 % im verarbeitenden Gewerbe, 18,6 % in der Landwirtschaft und 7,6 % in der Bauwirtschaft.
15. Feb. 2018

Außenhandelsdefizit der Türkei hat 2017 um 36,8 % zugenommen
Im Dezember 2017 haben sich die Ausfuhren der Türkei gegenüber dem Vorjahresmonat um 8,6 % erhöht, während die Einfuhren 25,4 % zulegten. Aus den auf 13,9 Mrd. US$ gestiegenen Exporten und den auf 23,1 Mrd. US$ erhöhten Importen ergab sich beim Handelsdefizit ein Anstieg von 63,5 % auf 9,2 Mrd. US$. Somit erhöhte sich das Exportvolumen im Gesamtjahr auf 157,1 Mrd. US$, 10,2 % mehr als im Vorjahr, die Importe stiegen jedoch um 17,7 % auf 233,8 Mrd. US$, sodass sich das Außenhandelsdefizit um 36,8 % auf 76,7 Mrd. US$ vergrößerte. Der Exportzuwachs war vermehrten Ausfuhren von Kraftfahrzeugen, Stahl und Maschinen zu verdanken. Der Importanstieg hingegen lässt sich mit der Zunahme der Einfuhren von Gold, Metallen, Mineralkraftstoffen und -ölen erklären. Im Dezember blieb Deutschland mit 1,3 Mrd. US$ wichtigster Exportpartner der Türkei, gefolgt vom Vereinigten Königreich (827 Mio. US$), Italien (771 Mio. US$) und dem Irak (771 Mio. US$). Bei den Importen in die Türkei war Deutschland ebenfalls Spitzenreiter (2,2 Mrd. US$), knapp vor China (2,1 Mrd. US$), Russland (1,9 Mrd. US$) und den USA (1,2 Mrd. US$).
31. Jan. 2018

Türkische Notenbank hält Leitzins stabil
Die Zentralbank der Republik Türkei hat ihren Tagesgeldsatz von 9,25 %, ihren einwöchigen Repo-Satz (Leitzins) von 8,0 % und ihren Kreditzinssatz für das späte Liquiditätsfenster von 12,75 % beibehalten. Wie die Bank mitteilte, habe die Wirtschaftstätigkeit ihre Stärke bewahrt, die Inlandsnachfrage habe sich weiter erholt und die Auslandsnachfrage trage positiv zu den Exporten bei. Da die hohe Inflation sowie die Inflationserwartungen ein Risiko für das Preisfestlegungsverhalten mit sich brächten, habe die Bank beschlossen, ihre straffe Geldpolitik weiterzuführen.
18. Jan. 2018

 

Politik

Türkei unternimmt Militäraktion in Syrien
Die Türkei hat eine „Operation Olivenzweig“ titulierte Militäraktion gestartet, um die vorwiegend kurdische YPG-Miliz in der syrischen Grenzregion Afrin, die Ankara als syrischen Ableger der PKK und Bedrohung seiner nationalen Sicherheit betrachtet, auszuschalten. Wie Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan verkündete, soll die Operation nach Afrin auf die weiter östlich gelegene Region Manbidsch ausgedehnt werden. Ministerpräsident Binali Yıldırım hat beteuert, Ziel der Operation sei allein, die Gegend von Terroristen zu säubern; es handle sich nicht um eine Invasion seitens der Türkei. Heather Nauert, die Sprecherin des US-Außenministeriums, erklärte, die Bedenken der Türkei bezüglich der PKK seien zwar legitim, die Türkei sollte sich aber darauf konzentrieren, den IS zu bekämpfen statt sonstiger Gruppen. Die Türkei wiederum forderte die USA auf, ihre Ausbildungs- und Rüstungsunterstützung für die YPG einzustellen, und drohte offen mit Gewalt selbst gegen US-Truppen.
20.–31. Jan. 2018

Ehemaliger Halkbank-Manager von US-Gericht für schuldig befunden
Bei dem in den USA gegen ihn geführten Prozess wurde Hakan Atilla, ehemals stellvertretender Generaldirektor der türkischen Staatsbank Halkbank, in fünf Anklagepunkten für schuldig befunden, darunter Verstoß gegen internationale und US-Sanktionen gegen den Iran sowie Bankbetrug. Dem türkischen Regierungssprecher Bekir Bozdağ zufolge sei der Gerichtsbeschluss völkerrechtswidrig und ein Beweis dafür, dass die amerikanische Justiz mit der sogenannten Fethullahistischen Terrororganisation (FETÖ) zusammenarbeite.
4.–5. Jan. 2018

Ausnahmezustand zum sechsten Mal verlängert
Die Mehrheit im türkischen Parlament hat dem Ansinnen der Regierung stattgegeben, den herrschenden Ausnahmezustand ab 19. Januar 2018 um ein weiteres Vierteiljahr zu verlängern. Somit wird diese als vorübergehend gedachte Maßnahme, die am 21. Juli 2016 kurz nach dem niedergeschlagenen Putsch eingeführt worden war und der Regierung weitreichende Befugnisse nicht nur bei der Terrorbekämpfung verleiht, bereits 21 Monate lang in Kraft sein.
18. Jan. 2018

Niederlande berufen Botschafter aus Ankara ab
Die niederländische Regierung hat nun offiziell ihren Botschafter aus Ankara abgezogen, nachdem dem Diplomaten nach den Vorkommnissen des letzten Jahres die Wiedereinreise in die Türkei verwehrt worden war. Wie mitgeteilt wurde, wollen die Niederlande auch einem neuen türkischen Botschafter keine Akkreditierung erteilen. Im März 2017 war in Rotterdam eine Kundgebung mit einer türkischen Ministerin nicht genehmigt worden und die holländische Polizei, die das türkische Konsulat abriegelte, war gegen türkischstämmige Demonstrationen hart vorgegangen. Daraufhin überreichte die Türkei den Niederlanden zwei diplomatische Noten und verlangte eine förmliche Entschuldigung. Die diplomatischen Beziehungen zwischen den beiden Ländern werden auf Geschäftsträgerebene aufrechterhalten.
5. Feb. 2018

 

Sonstige Themen

Einem Bericht von Deloitte zufolge ist das Volumen der Fusionen und Übernahmen in der Türkei 2017 um 41 % auf 10,3 Mrd. US$ gewachsen. Im vergangenen Jahr gab es insgesamt 298 Fusionen und Übernahmen, wobei der Anteil ausländischer Investoren am Geschäftsvolumen mit 5,5 Mrd. US$ um 45 % höher war als 2016. Unter den ausländischen Investoren waren die Europäer die Hauptakteure und die wichtigsten Transaktionen waren Vitol–OMV Petrol Ofisi, BBVA–Garanti Bank und IFM Investors–Mersin Port. 9. Jan. 2018

Ahmet Arslan, der türkische Minister für Verkehr, Schifffahrt und Nachrichtenwesen, hat die Streckenführung des ‚Kanal Istanbul‘ bekanntgegeben, der als alternativer Verkehrsweg zum Bosporus im europäischen Teil von Istanbul gebaut werden und Schwarzes Meer und Marmarameer miteinander verbinden soll. Der 45 km lange Kanal soll von Küçükçekmece über Sazlıdere nach Durusu verlaufen. Nach Angaben des Ministers werde der Kanal den Schiffsverkehr durch den Bosporus entlasten und in diesem Bereich die Möglichkeit der Stadterneuerung eröffnen. Allerdings sieht sich das Vorhaben angesichts der drohenden Umweltgefahren heftiger Kritik ausgesetzt. 16. Jan. 2018

Die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) plant für 2018 Investitionen in Höhe von 1,5 Mrd. € in der Türkei. Laut Suma Chakrabarti, dem Präsidenten der EBWE, ist die Türkei der wichtigste Investitionsstandort seiner Bank, wo sie in den vergangenen drei Jahren 5,4 Mrd. € investiert hat. Die Bank hat dabei nicht nur Großunternehmen, sondern auch an die 80.000 KMU in der Türkei gefördert. 18. Jan. 2018

Die in Katar ansässige Al Sraiya Holding Group und ihr bahrainischer Subunternehmer, die Venture Capital Bank, haben für 150 Mio. US$ 42,7 % an dem türkischen Konditorwaren- und Speiseeis-Franchisegeber MADO erworben. Der Abschluss beinhaltet auch die Expansion von MADO im Gebiet des Golfkooperationsrates. Wie Abdullatif Janahi, CEO der VCBank, erklärte, war dies die dritte große Investition der VCBank in der Türkei, einem der am schnellsten wachsenden Märkte Europas, die ihr eine strategische Position für ein globales Wachstum verschafft. MADO ist der größte Franchisegeber der Türkei für Konditorwaren und Speiseeise mit über 310 Verkaufsstellen im ganzen Land und 48 Standorten weltweit. 26. Jan. 2018