Newsletter Türkei Juli 2019

Business

Übernahme türkischer Firmen durch japanische Unternehmen geht weiter
Der bedeutende türkische Kunststoffhersteller Emaş ist von der in London ansässigen Sumika Polymer Compounds übernommen worden, die wiederum einem Konsortium von 3 japanischen Großunternehmen unter der Führung von Sumitomo gehört. Die in Bursa beheimatete Firma Emaş, die 1978 als Akçe Plastik gegründet wurde, beschäftigt 150 Mitarbeiter in 3 Produktionsstätten. Ihre Produkte kommen in den unterschiedlichsten Branchen zum Einsatz, vor allem in der Automobil- und Weißwarenindustrie.
10. Juni 2019

Weitere Großinvestition in Biotechnologie in der Türkei
Die iranische CinnaGen, größtes Biopharmaunternehmen der MENA-Region, investiert 100 Mio. US$ in das neue Produktionswerk und F+E-Zentrum seines türkischen Tochterunternehmens am Standort Çerkezköy. Das Werk wird Medikamente für seltene Krankheiten, darunter die ersten Orphan-Arzneimittel der Türkei, herstellen und hat sich zum Ziel gesetzt, im ersten Jahr Erzeugnisse im Wert von 150 Mio. US$ zu exportieren sowie Importe in Milliardenhöhe überflüssig zu machen. Laut dem Geschäftsführer von CinnaGen Türkei, Ferhat Farşi, hat die Türkei in diesem strategisch wichtigen Sektor mit 14 % das stärkste jährliche Wachstum unter den Schwellenländern.
11. Juni 2019

Rekordzuschuss der Europäischen Union für türkisches Eisenbahnprojekt
Der Auftrag zum Bau des letzten, 155 Kilometer langen Teilstücks Çerkezköy-Kapıkule der durchgehenden, hohe Standards erfüllenden Bahnstrecke, die als Teil der „Neuen Seidenstraße“ London mit der Türkei verbindet und bis nach Peking reicht, ist vergeben worden. Die türkische Regierung hat in den vergangenen 16 Jahren 600 Mrd. TL in das Schienennetz des Landes investiert; für diesen Teil des Projekts erhält man einen Zuschuss der Europäischen Union in Höhe von 275 Mio. €. Laut Botschafter Christian Berger, dem Leiter der EU-Delegation in der Türkei, ist dies der höchste Einzelzuschuss, der jemals für ein Projekt außerhalb der EU gewährt wurde.“
12. Juni 2019

Doppelmaßnahme zur Belebung der Inlandsnachfrage
Die türkische Regulierungs- und Aufsichtsbehörde für das Bankwesen (BDDK) hat zwei neue Maßnahmen ergriffen, um den privaten Konsum, die Inlandsnachfrage und letztlich das Wirtschaftswachstum anzukurbeln. Zum einen wurde die zeitliche Begrenzung für Ratenzahlungen beim Kauf bestimmter Erzeugnisse wie Möbel, Elektronikgeräte und Fernsehapparate sowie für Steuerzahlungen ausgeweitet. Zum anderen senkte die Behörde den Mindestzahlbetrag von Kreditkarten unabhängig vom Verfügungsrahmen auf 30 % des Monatsumsatzes.
14. Juni 2019

Kampfflugzeug aus türkischer Produktion wird in Paris präsentiert
Bei der Pariser Luftfahrtschau stellt der staatliche türkische Luft- und Raumfahrtkonzern TUSAŞ ein 1:1-Modell seines Nationalen Kampfflugzeuges vor, das für die Anforderungen der türkischen Streitkräfte entwickelt wurde. Der als „Europas bestes Kampfflugzeug“ lancierte Jet soll 2025 erstmals in die Luft gehen. Ein weiteres TUSAŞ-Produkt, der Helikopter TK129, wird während des gesamten Aerosalons Demonstrationsflüge absolvieren. Dieser Kampfhubschrauber ist auf schwierigste Bedingungen wie hohe Temperaturen und große Flughöhen ausgelegt.
18. Juni 2019

TANAP-Projekt bereit zum Anschluss an Europa
Zum 1. Juli 2019 wurde die Transanatolische Pipeline (TANAP) fertiggestellt, die quer durch die Türkei von der georgischen bis zur griechischen Grenze verläuft. Die 1.850 km lange Erdgasleitung ist das Herzstück des Südlichen Gaskorridors, einem Versorgungsweg vom Kaspischen Meer nach Europa. Die TANAP, über die bereits Gas aus Aserbaidschan in die Türkei fließt, muss noch an die Trans-Adria-Pipeline (TAP) angeschlossen werden, sobald diese auch fertig ist. Die Baukosten des TANAP-Projekts betrugen unter 7 Mrd. US$, 40 % weniger als ursprünglich veranschlagt.
2. Juli 2019

 

Politik

Irak untersagt Einfuhr weiterer Lebensmittelprodukte aus der Türkei
Entgegen den Bemühungen der türkischen Regierung, ihre Exporte in den Irak zu steigern, wurde ein Importverbot für weitere Lebensmittelprodukte aus der Türkei verhängt. Nach Eiern, Getränken und Speiseeis gilt dies nun auch für Speisesalz, Nudeln und Teigwaren. Als Gründe für diese Maßnahme gelten ein gespanntes Verhältnis der beiden Staaten, die Förderung der einheimischen Erzeugung seitens der irakischen Zentralregierung sowie verbesserte Handelsbeziehungen des Landes mit dem Iran. Wenngleich das Verbot nur für ein Jahr erlassen wurde, ist zu befürchten, dass es bleibenden Schaden anrichten und zu Fabrikschließungen und einem Anstieg der Arbeitslosigkeit in der Region führen wird.
2. Juli 2019

EU verhängt Sanktionen gegen Türkei wegen Gassuche vor der Küste Zyperns, Türkei empört
Bei ihrem Treffen in Brüssel haben die Außenminister der Europäischen Union als Reaktion auf die Unnachgiebigkeit der Türkei hinsichtlich der Erkundungsbohrungen vor der Küste Zyperns die Aussetzung der hochrangigen Gespräche und EU-Finanzhilfe in Höhe von etwa 165 Mio. US$ sowie weitere mögliche Sanktionen bekanntgegeben. Die Republik Zypern betrachtet das Gebiet als eigene Hoheitsgewässer, während die Türkei der Ansicht ist, es falle unter die Zuständigkeit der Türkischen Republik Nordzypern, in deren Interesse man handelte. Das Außenministerium gab eine scharf formulierte Erwiderung heraus, in der es auch die ungelösten Probleme im geteilten Zypern ansprach.
15.–16. Juli 2019

 

Wirtschaft

Inflationsanstieg weiter gedämpft
Im Juni 2019 stiegen die Verbraucherpreise in der Türkei im Vergleich zum Vormonat um 0,03 %. Der VPI lag gegenüber dem Vorjahresmonat um 15,72 % höher. Die höchste monatliche Teuerung verzeichneten Hotels, Cafés und Restaurants (2,65 %), gefolgt von diversen Waren und Dienstleistungen (1,86 %). Den größten Preisrückgang des Monats gab es bei Lebensmitteln und nichtalkoholischen Getränken (-1,65 %) vor Kleidung und Schuhen (-1,57 %). Den stärksten Preisanstieg auf Jahresbasis erlebten diverse Waren und Dienstleistungen (26,88 %) sowie Möbel und Haushaltsgegenstände (22,51 %). Der inländische Erzeugerpreisindex stieg im Vergleich zum Vormonat um 0,09 % und auf die letzten 12 Monate gerechnet um 25,04 %.
3. Juli 2019

Arbeitslosenquote im April auf 13,0 % zurückgegangen
Im April 2019 waren in der Türkei rund 4.202.000 Personen im Alter ab 15 Jahren als arbeitslos gemeldet, 1.116.000 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote lag mit 13,0 % um 3,4 Prozentpunkte höher als im Vorjahresmonat. Im gleichen Zeitraum stieg die Jugendarbeitslosigkeit in der Altersgruppe von 15 bis 24 Jahren auf 23,2 %. Die Erwerbsquote ging leicht zurück auf insgesamt 52,9 %, während sie bei der weiblichen Bevölkerung auf 34,5 % stieg. Von den in diesem Zeitraum Erwerbstätigen waren 56,9 % im Dienstleistungssektor, 19,7 % im verarbeitenden Gewerbe, 17,6 % in der Landwirtschaft und 5,7 % in der Bauwirtschaft beschäftigt.
16. Juli 2019

Türkisches Außenhandelsdefizit im Mai um 76,5 % gesunken
Im Mai 2019 stiegen die Exporte der türkischen Volkswirtschaft im Vergleich zum Vorjahresmonat um 12,1 % auf 16,0 Mrd. US$, während die Importe um 19,3 % auf 17,8 Mrd. US$ abnahmen. Dadurch ging das Handelsdefizit des Landes um 76,5 % auf 1,8 Mrd. US$ zurück. Auch im Mai war Deutschland mit rund 1,5 Mrd. US$ weiterhin der wichtigste Exportpartner der Türkei, gefolgt von Italien (857 Mio. US$) und dem Vereinigten Königreich (853 Mio. US$). Bei den Importen in die Türkei lag nach wie vor Russland mit 1,9 Mrd. US$ an der Spitze, dahinter kamen China (1,6 Mrd. US$) und Deutschland (1,6 Mrd. US$).28. Juni 2019

Präsident der Zentralbank abgelöst
Präsident Erdoğan hat den Chef der Zentralbank des Landes, Murat Çetinkaya, entlassen und ihn durch dessen bisherigen Stellvertreter Murat Uysal ersetzt. Erdoğan führte als Grund an, dass Çetinkaya sich Anweisungen widersetzt habe, die Leitzinsen zu senken, was Erdoğan zufolge auch die Inflation senken würde. Ein weiterer Streitpunkt war offenbar die Weigerung Çetinkayas, die Sicherheitsrücklage der Zentralbank zum Schatzamt zu verlagern. Kritiker erhoben Einwände gegen die Entscheidung des Präsidenten, da diese die erforderliche Unabhängigkeit der Notenbank in Frage stelle.
8. Juli 2019

Fitch stuft Rating der Türkei herab
Die Ratingagentur Fitch hat das Rating der Türkei für die Erfüllung langfristiger Fremdwährungsverbindlichkeiten (Long-Term Foreign Currency Issuer Default Rating) auf BB- (Non-Investment Grade) herabgestuft. Als Gründe werden die Absetzung des Zentralbankchefs, das Ausbleiben rascher Verbesserungen beim Wirtschaftswachstum und der Inflation sowie mögliche US-Sanktionen aufgrund des Kaufs russischer Raketensysteme durch die Türkei genannt. Die Agentur bewertet den Ausblick des Landes weiterhin als negativ.
12. Juli 2019

 

Monatsdaten im Überblick

Wirtschaftswachstum

Inflation