Newsletter Türkei März 2018

Wirtschaft

Monatsdaten im Überblick

Wirtschaftswachstum

Inflation

Teuerung in der Türkei leicht gebremst
Die Verbraucherpreise in der Türkei sind im Februar 2018 gegenüber dem Vormonat um 0,73 % und im Vergleich zum Vorjahresmonat um 10,26 % gestiegen. Den höchsten monatlichen Anstieg gab es mit 2,57 % bei der Gesundheit, gefolgt von Lebensmitteln und nichtalkoholischen Getränken mit 2,24 %. Die einzige Warengruppe, in der die Preise zurückgingen, waren Kleidung und Schuhe (-4,09 %). Der höchste Inflationsanstieg auf Jahresbasis war mit 15,66 % bei Einrichtungs- und Haushaltsgegenständen zu verzeichnen. Der monatliche Anstieg des inländischen Erzeugerpreisindexes, der 13,71 % über dem Vorjahresniveau lag, betrug 2,68 %.
5. März 2018

Im Dezember 10,4 % Arbeitslose
Im Dezember 2017 waren in der Türkei rund 3,3 Millionen Menschen im Alter ab 15 Jahren arbeitslos gemeldet, das waren etwa 581.000 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote sank im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2,3 Prozentpunkte auf 10,4 %. Im gleichen Zeitraum verringerte sich die Jugendarbeitslosigkeit in der Altersgruppe von 15 bis 24 Jahren auf 19,2 %. Die Erwerbsquote nahm auf insgesamt 52,4 % zu, bei der weiblichen Bevölkerung lag sie bei 33,5 %. Von den in diesem Zeitraum Erwerbstätigen waren 55,0 % in der Dienstleistungsbranche, 19,5 % in der Industrie, 18,3 % im Agrarsektor und 7,3 % im Baugewerbe beschäftigt.
15. März 2018

Außenhandelsdefizit der Türkei schnellt im Januar um 108,8 % nach oben
Das Exportvolumen der Türkei hat sich im Januar 2018 im Vergleich zum Vorjahresmonat um 10,7 % erhöht, ihr Importvolumen hingegen um 38,0 %. Die auf 12,5 Mrd. US$ erhöhten Ausfuhren und die auf 21,5 Mrd. US$ gestiegenen Einfuhren resultierten in einem Anstieg des Handelsdefizits von 108,8 % auf 9,1 Mrd. US$. Der Importzuwachs war einer Zunahme der Einfuhren von Gold sowie Mineralkraftstoffen und -ölen geschuldet. Wichtigster Exportpartner der Türkei blieb im Januar Deutschland mit 1,3 Mrd. US$, vor dem Vereinigten Königreich (747 Mio. US$), Italien (742 Mio. US$) und dem Irak (639 Mio. US$). Bei den Importen in die Türkei lag wieder China (2,2 Mrd. US$) vorne, gefolgt von Russland (2,1 Mrd. US$) Deutschland (1,6 Mrd. US$) und den Vereinigten Staaten (1,1 Mrd. US$).
28. Feb. 2018

Türkische Zentralbank behält Leitzinsen bei
Die Zentralbank der Republik Türkei hat ihren Tagesgeldsatz (9,25 %), ihren einwöchigen Repo-Satz (Leitzins) (8,0 %) und ihren Kreditzinssatz für das späte Liquiditätsfenster (12,75 %) beibehalten. Wie die Bank bekanntgab, habe die Wirtschaftstätigkeit ihre Stärke bewahrt, die Inlandsnachfrage habe sich zunehmend erholt und die Auslandsnachfrage wirke sich positiv auf die Exporte aus. Angesichts dessen, dass die hohe Inflation und die Inflationserwartungen ein Risiko für das Preisfestlegungsverhalten bergen, habe die Bank sich zur Weiterführung ihrer straffen Geldpolitik entschieden.
7. März 2018

Ausländische Direktinvestitionen weiter zurückgegangen
2017 erhöhte sich das Leistungsbilanzdefizit der türkischen Wirtschaft drastisch um 42 % auf 47,1 Mrd. US$, was hauptsächlich auf die gestiegenen Gold- und Ölimporte zurückzuführen war. Eine weitere negative Entwicklung gab es beim Posten der ausländischen Direktinvestitionen, der verlässlichsten Quelle zur Finanzierung des Defizits, die um 19 % auf 10,8 Mrd. US$ zurückgingen. Andererseits hat sich die Zahl der Neugründungen ausländischer Kapitalgesellschaften im Gesamtjahr um 6,3 % auf 5.930 erhöht. Trotz eines starken Rückgangs von 403 auf 287 Gesellschaften war Deutschland in dieser Rubrik weiterhin führend. Die wichtigste Zielbranche der ausländischen Direktinvestitionen war der Finanz- und Versicherungssektor, gefolgt von Verkehr und Lagerwesen. An dritter Stelle stand das produzierende Gewerbe, wobei die Gummi- und Kunststoffindustrie den ersten Platz unter dessen Subsektoren einnahm. Hauptherkunftsregion ausländischer Direktinvestitionen war Europa vor dem Nahen Osten; die führenden Länder waren die Niederlande, Spanien und Aserbeidschan.
14.–15. Feb. 2018

Moody’s stuft Rating der Türkei herunter
Die Ratingagentur Moody’s hat die Kreditwürdigkeit des türkischen Staates von Ba1 auf Ba2 heruntergestuft. Diese Entscheidung wurde damit begründet, dass aufgrund der schwindenden Wirksamkeit seiner Geldpolitik und der Verzögerungen bei den wirtschaftlichen Strukturreformen eine institutionelle Schwächung eingetreten sei sowie wegen der Zunahme des Leistungsbilanzdefizits, der Auslandsverschuldung, der politischen Risiken und der weltweiten Zinssätze ein erhöhtes Risiko für einen externen Schock bestehe. Allerdings stufte die Agentur die Perspektive der Türkei dank der wirtschaftlichen und finanziellen Stärke des Landes, seiner großen und dynamischen Wirtschaft und günstiger staatlicher Verschuldungskennzahlen von „negativ“ auf „stabil“ hoch. Der Bericht hatte nur begrenzte Auswirkungen auf die Kapitalmärkte, da die Türkei ohnehin schon als nicht investitionswürdig eingestuft worden war.
9. März 2018

 

Politik

Türkischer Regierungschef zu Gast im Bundeskanzleramt
Auf der Pressekonferenz im Anschluss an ihre Zusammenkunft mit dem türkischen Ministerpräsidenten Binali Yıldırım in Berlin äußerte Bundeskanzlerin Angela Merkel den Wunsch nach intensiveren Kontakten mit der türkischen Regierung, auch wenn sie noch viele Hindernisse für die Normalisierung der Beziehungen sehe. Wichtigste Themen der Gespräche waren die Terrorbekämpfung, der Fall des Welt-Korrespondenten Deniz Yücel, der vor einem Jahr wegen des Vorwurfs der Terrorpropaganda in Istanbul verhaftet worden war, sowie die Flüchtlingsproblematik. Einen Tag nach dem Treffen kam Yücel aus der Haft frei und verließ das Land.
16. Feb. 2018

 

Sonstige Themen

Wie jetzt bekanntgegeben wurde, hat sich die Einwohnerzahl der Türkei mit Stand vom Jahresende 2017 um 1,24 % auf 80,8 Millionen erhöht. Die bevölkerungsreichsten Städte des Landes sind Istanbul mit (offiziell) 15,0 Millionen, Ankara mit 5,5 Millionen und Izmir mit 4,3 Millionen Einwohnern. Das Medianalter der Bevölkerung ist auf 31,7 Jahre angestiegen. 1. Feb. 2018

Ford Otosan hat verlautbart, das erste Getriebe aus heimischer Fertigung für das Segment der schweren Nutzfahrzeuge herstellen zu wollen. Nach einer entsprechenden Investition von 50 Mio. EUR soll der Anteil der Inlandsversorgung bei Komponenten in der LKW-Herstellung auf 90 % gesteigert werden. Sowohl Schalt-als auch Automatikgetriebe sollen 2020 auf den Markt kommen. Ford Otosan, ein Gemeinschaftsunternehmen der Ford Motor Company mit der Koç-Gruppe, ist von der Produktionskapazität her der größte Fahrzeugbauer der Türkei. 19. Feb. 2018

Die türkische Zorlu-Holding hat mit der chinesischen GSR Capital eine strategische Übereinkunft über den Bau eines Batteriewerks in Manisa mit einer Investition von 4,5 Mrd. US$ unterzeichnet. Mit ihrer auf 25.000 MW ausbaubaren Kapazität wird die Mega-Batteriefabrik in der Lage sein, Batterien für den Bedarf von 500.000 Elektrofahrzeugen zu liefern. Das Exportvolumen dieser Produkte mit hoher Wertschöpfung wird auf 6 Mrd. US$ veranschlagt. Das Bauvorhaben soll 2018 beginnen und 2023 fertiggestellt sein. Jianghua Su, Mitglied der Geschäftsführung von GSR Capital, wies darauf hin, dass es in der Türkei bereits Projekte im Bereich Elektromobilität und Erneuerbare Energien gebe, und hob das gute Investitionsklima des Landes mit hoch qualifizierten Arbeitskräften, einer sehr effektiven Produktionskette und seiner vorteilhaften geographischen Lage hervor. 26. Feb. 2018

Das japanische Pharmaunternehmen Astellas hat mit der türkischen Santa Farma eine Übereinkunft über die Fertigung seiner der Türkei vertriebenen Produkte getroffen. Für den Technologietransfer sollen 3 Mio. US$ investiert werden. Das erste hergestellte Produkt soll ein Medikament zur Behandlung von Erkrankungen des Harnsystems sein, wobei das Ziel sei, dass Santa Farma in naher Zukunft 25 % der Astellas-Produkte herstellt. Laut Mark Dekker, dem Geschäftsführer von Astellas Türkei, habe sein Unternehmen bislang in der Türkei 4 Mio. EUR für klinische Studien investiert und das Geschäftsvolumen sei in den letzten zwei Jahren um 60 % gestiegen. 27. Feb. 2018

Der deutsche Versicherungskonzern Allianz hat Pläne zur Errichtung eines Technologiezentrums in Istanbul mit einer Investition von 5 Mio. EUR bekanntgegeben. Das Zentrum, das auf dem Campus der Türkisch-Deutschen Universität angesiedelt sein wird, soll auch ein akkreditiertes seismologisches Labor umfassen. Darüber hinaus hat die Allianz bereits 27 Mio. EUR in den Umzug seiner Betriebszentrale nach Izmir investiert. Die Allianz ist seit 30 Jahren in der Türkei tätig, wo sie heute 2.500 Mitarbeiter und 7 Millionen Kunden hat. 27. Feb. 2018

Das türkische Ministerium für Verkehr, Schifffahrt und Nachrichtenwesen hat eine Kooperationsvereinbarung mit der in den USA ansässigen ONF (Open Networking Foundation) abgeschlossen. Der Vereinbarung zufolge sollen von ONF entwickelte Kommunikationstechnologien der neuen Generation weltweit erstmals in der Türkei getestet werden. Die Kooperation erstreckt sich auch auf die Feldforschung zur M-CORD-Infrastruktur für das 5G-Mobilfunknetz. 28. Feb. 2018