Newsletter Türkei März 2019

Business

Tourismuseinnahmen 2018 gestiegen
Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Touristen, die in die Türkei kamen, um 18,1 % auf 45,6 Millionen gestiegen. Ursächlich dafür war hauptsächlich die Abwertung der türkischen Lira, durch die das Land zu einer im Vergleich mit anderen Urlaubszielen deutlich günstigeren Alternative wurde. Übereinstimmend mit dieser Entwicklung sanken die durchschnittlichen Ausgaben pro Urlauber um 5,0 % auf 647 US$. Dennoch nahmen die Einnahmen aus dem Fremdenverkehr um 12,3 % zu und erreichten 29,5 Mrd. US$. Gleichzeitig ging die Zahl der türkischen Staatsbürger, die im Ausland urlaubten, um 5,7 % auf 8,4 Millionen zurück.
31. Jan. 2019

Secom und Çalık begründen Partnerschaft
Der führende japanische Sicherheitsdienstleister Secom und die Aktif Bank, die zur türkischen Çalık Holding gehört, haben eine 50/50%-ige Partnerschaft in der Sicherheitsbranche begründet. Das neue Unternehmen soll Sicherheitslösungen für private wie auch institutionelle Nutzer anbieten und vorerst 100 Arbeitsplätze schaffen. Wie Yasuo Nakayama, der Vorsitzende der Geschäftsführung von Secom, erklärte, sei sein Unternehmen zum weltweit viertgrößten Anbieter in dieser Branche aufgestiegen, wobei die Türkei, die er als attraktiven Investitionsstandort bezeichnete, der 19. Markt sei, in dem Secom tätig wird.
12. Feb. 2019

Weltkongress der Business Angels in Istanbul
Der Weltkongress der Business Angels (World Business Angels Investment Forum – WBAF) hat vom 17. bis 19. Februar in Istanbul stattgefunden. Mit Investitionen von über 500 Mio. EUR im Jahr 2018 ist die Türkei auf die 5. Stelle unter den Investitionsmärkten von Business Angels in Europa vorgerückt, nachdem sie vor acht Jahren noch auf dem 32. Platz stand. Wie der WBAF-Vorsitzende Baybars Altuntaş betonte, ist die Türkei neben dem Vereinigten Königreich eines von nur zwei Ländern der Welt, das gesetzliche Regelungen bezüglich der Investitionen von Business Angels eingeführt hat. Nirgendwo sonst in der Welt könnten diese so viel von ihrem Investitionsvolumen von der Steuer absetzen, nämlich 75 %. Altuntaş zufolge sei dieser Faktor die entscheidende treibende Kraft hinter der raschen Entwicklung von Start-up-Unternehmen in der Türkei.
19. Feb. 2019

DxNow investiert in KOEK
Das US-amerikanische Biotechnologieunternehmen DxNow hat beschlossen, in die türkische KOEK, ein auf die bei der In-vitro-Fertilisation benötigte Mikrochip-Technologie spezialisiertes Unternehmen, zu investieren. Wie William Sharp, der CEO von DxNow, erklärte, habe man das Patent für diese Mikrochip-Technologie erworben und auf Wunsch der türkischen Gründer von KOEK beschlossen, diese in Izmir produzieren. Weiter äußerte er die Überzeugung, dass diese Technologie aufgrund der neuen Investitionen des Unternehmens zunehmend an Bedeutung gewinnen werde.
19. Feb. 2019

Vestel stellt in Zusammenarbeit mit Google Android-Fernseher her
Der türkische Verbraucherelektronikriese Vestel, Europas zweitgrößter Hersteller von Fernsehapparaten, wird künftig mit Google kooperieren, um Android-Fernseher mit dem Betriebssystem Android Pie zu produzieren. Dieser Smart-TV wird den Nutzern ermöglichen, auf die neuesten Spielfilme, Fußballergebnisse und Tausende von Apps ähnlich wie bei Smartphones zuzugreifen. Die Fernsehgeräte sollen in dem in der Stadt Manisa gelegenen Produktionskomplex Vestel City hergestellt werden und bereits ab Mai 2019 auf dem Markt erhältlich sein.
27. Feb. 2019

Umzug zum neuen Istanbuler Großflughafen verzögert sich
Die Verlegung des Großteils der Betriebsaktivitäten vom Atatürk-Flughafen zum rund 40 Kilometer weiter nördlich gelegenen neuen Großflughafen „Istanbul Airport“ wurde um rund einen Monat verschoben. Der Umzug soll nun am 5. April um 03:00 Uhr beginnen und bis zum 7. April um 00:00 Uhr abgeschlossen sein. Planmäßig wird der Istanbuler Atatürk-Flughafen ab dem 7. April für kommerzielle In- und Auslandsflüge geschlossen.
27. Feb. 2019

Politik

Trump verkündet Ende der Zollvergünstigungen für die Türkei
Unter Verweis darauf, dass die Türkei in wirtschaftlicher Hinsicht ausreichend entwickelt sei, hat US-Präsident Donald Trump die Streichung der Zollvergünstigungen für das Land nach dem Generalized System of Preferences (GSP) – Allgemeines Präferenzsystem – genannten Programm der Vereinigten Staaten zur Unterstützung weniger entwickelter Länder bekanntgegeben. Künftig wird keine zollfreie Einfuhr bestimmter türkischer Exportgüter, darunter Fahrzeuge und Fahrzeugteile, Schmuck und Edelmetalle sowie Steinwaren auf den US-Markt mehr möglich sein. Der präsidiale Beschluss tritt frühestens 60 Tage nach einer entsprechenden Mitteilung an den US-Kongress und die türkische Regierung in Kraft.
6. März 2019

Europaparlament fordert Einstellung der Beitrittsgespräche mit der Türkei
Mit einer Mehrheit von 370 zu 109 Stimmen bei 143 Enthaltungen hat das Europäische Parlament den Türkeibericht 2018 genehmigt und die EU-Staaten dazu aufgefordert, die Beitrittsgespräche mit der Türkei einzustellen. Der Bericht ist rein beratender Natur und nicht verbindlich für die EU-Beitrittsverhandlungen. Wichtigste Kritikpunkte in dem Bericht betreffen die Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit, Pressefreiheit und die Bekämpfung der Korruption. Ömer Çelik, der Sprecher der türkischen Regierungspartei AKP, nannte den Beschluss ungültig und nichtig und behauptete, er sei Ausdruck des Einflusses, den die rechtsextreme Ideologie im Europaparlament habe.
13. März 2019

Wirtschaft

Inflation wieder unter 20 % gesunken
Im Februar 2019 sind die Verbraucherpreise in der Türkei gegenüber dem Vormonat um 0,16 % gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat betrug der Anstieg des VPI 19,67 %. Die monatliche Teuerung war mit 2,48 % bei der Gesundheit am höchsten, gefolgt von der Bildung mit 1,64 % sowie Lebensmitteln und nichtalkoholischen Getränke mit 0,90 %. Am stärksten sanken die Preise im vergangenen Monat bei Kleidung und Schuhen (-4,81 %) sowie diversen Waren und Dienstleistungen (-0,39 %). Der größte Preisanstieg auf Jahresbasis war mit 29,25 % bei Lebensmitteln und nichtalkoholischen Getränken zu verzeichnen. Der inländische Erzeugerpreisindex erhöhte sich im Vergleich zum Januar um 0,09 % und in den letzten 12 Monaten um 29,59 %.
4. März 2019

Türkische Wirtschaft in Q4/18 geschrumpft
Im vierten Quartal 2018 ist das Bruttoinlandsprodukt der Türkei im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,0 % geschrumpft. Dementsprechend betrug das BIP im Jahr 2018 den amtlichen Angaben zufolge 784,1 Mrd. US$, was für das Gesamtjahr ein Wirtschaftswachstum von 2,6 % bedeutet. Dies stellt die schwächste Wachstumsleistung der türkischen Volkswirtschaft seit 2009 dar. Den höchsten Beitrag zum Wachstum leistete 2018 das Dienstleistungsgewerbe mit 2,4 Punkten, während die Beiträge von Industrie und Landwirtschaft mit 0,2 bzw. 0,1 Punkten gering ausfielen. Das BIP pro Kopf zu aktuellen Preisen sank auf 9.632 US$. Das BIP des Quartals zu gegenwärtigen Preisen stieg zwar auf 1.010,1 Mrd. TL, ging jedoch in Dollar umgerechnet aufgrund der Abwertung der türkischen Lira auf 184,9 Mrd. US$ zurück. Das negative Wachstum des Quartals betrug bei der Landwirtschaft 0,5 %, beim verarbeitenden Gewerbe 6,4 %, bei der Dienstleistungsbranche 0,3 % und bei der Bauwirtschaft 8,7 %.
11. März 2019

13,5 % Arbeitslose im Dezember
Im Dezember 2018 waren in der Türkei rund 4.302.000 Personen im Alter ab 15 Jahren als arbeitslos gemeldet, das waren 1.011.000 mehr als im selben Monat 2017. Mit 13,5 % lag die Arbeitslosenquote 3,1 Prozentpunkte über dem Vorjahresmonat. Im gleichen Zeitraum stieg die Jugendarbeitslosigkeit in der Altersgruppe von 15 bis 24 Jahren auf 24,5 %. Die Erwerbsquote lag bei insgesamt 52,4 %, bei der weiblichen Bevölkerung erhöhte sie sich auf 33,6 %. Von den in diesem Zeitraum Erwerbstätigen waren 57,0 % im Dienstleistungsgewerbe, 19,8 % in der Industrie, 17,3 % im Agrarsektor und 5,8 % in der Bauindustrie beschäftigt.
15. März 2019

Im Januar 72,5 % geringeres Außenhandelsdefizit
Im Januar 2019 stiegen die Exporte der Türkei gegenüber dem Vorjahresmonat um 5,9 % auf 13,2 Mrd. US$, während die Importe um 27,2 % auf 15,7 Mrd. US$ zurückgingen. Infolgedessen sank das Handelsdefizit des Landes um 72,5 % auf 2,5 Mrd. US$. Im Januar hieß der wichtigste Exportpartner der Türkei weiterhin Deutschland (1,3 Mrd. US$), wie bisher vor dem Vereinigten Königreich (937 Mio. US$) und Italien (783 Mio. US$). Bei den Importen in die Türkei war Russland mit 1,7 Mrd. US$ führend vor China (1,5 Mrd. US$) und Deutschland (1,2 Mrd. US$).
28. Feb. 2019

Türkische Notenbank hält Leitzinsen stabil
Die Zentralbank der Republik Türkei hat ihren Leitzins (den einwöchigen Repo-Satz) von 24,00 % beibehalten. Wie von Seiten der Bank verlautete, habe sich der Trend, dass die Wirtschaft wieder ins Gleichgewicht kommt, stärker bemerkbar gemacht und auch die Auslandsnachfrage sei weiterhin stark. Die Wirtschaftstätigkeit werde allerdings unter anderem durch die schwierigen Finanzierungskonditionen gebremst. In der Verlautbarung hieß es außerdem, zwar habe die Entwicklung der Importpreise und der Inlandsnachfrage eine gewisse Verbesserung hinsichtlich der Inflationsaussichten bewirkt, die Risiken für die Preisstabilität würden jedoch weiter überwiegen. Aufgrund dessen habe die Bank entschieden, bei der Geldpolitik weiterhin einen straffen Kurs zu fahren.
6. März 2019

Ausländische Direktinvestitionen 2018 um 14 % gestiegen
Das Volumen der ausländischen Direktinvestitionen in der Türkei ist 2018 um 14 % auf 13,2 Mrd. US$ gestiegen. Dabei war das produzierende Gewerbe, in erster Linie die Subsektoren Lebensmittel-, Getränke- und Tabakindustrie, mit 2 Mrd. US$ die wichtigste Zielbranche der ausländischen Direktinvestitionen, gefolgt vom Groß- und Einzelhandel mit 1,1 Mrd. US$ sowie dem Finanz- und Versicherungssektor mit 1,0 Mrd. US$. Wichtige Herkunftsregion ausländischer Direktinvestitionen war Europa; die Rangfolge der Investorenländer wurde von den Niederlanden angeführt, vor Aserbeidschan, Italien, Österreich und den USA.
14. Feb. 2019

Standard & Poor’s (S&P) belässt Bonitätsnote der Türkei bei B+
S&P hat das Länderrating der Türkei bei B+ und die Einstufung der Zukunftsperspektive des Landes bei „stabil“ belassen. Die internationale Ratingagentur erwartet für 2019 hauptsächlich wegen der nachlassenden Inlandsnachfrage ein negatives Wachstum der türkischen Volkswirtschaft von 0,5 %. Die Agentur äußerte außerdem Besorgnis angesichts schwacher Institutionen, die nur ein begrenztes Maß an gegenseitiger Kontrolle zwischen staatlichen Organen ermöglichen.
16. Feb. 2019

 

Monatsdaten im Überblick

Wirtschaftswachstum

Inflation