Newsletter Türkei Oktober 2018

Business

Renault verlängert Partnerschaft mit OYAK
Renault hat seine bereits seit 50 Jahren bestehende Partnerschaft mit der türkischen OYAK-Gruppe um weitere 27 Jahre verlängert. Wie Nicolas Maure, Senior Vice President von Groupe Renault mit Zuständigkeitsbereich Region Eurasien erklärte, habe sein Unternehmen die jüngste finanzpolitische Entwicklung in der Türkei genau beobachtet. Da man von der Dynamik der türkischen Wirtschaft und des dortigen Fahrzeugmarkts überzeugt sei, habe man einen neuen Partnerschaftsvertrag abgeschlossen und werde weiterhin neue Projekte in der Türkei angehen. Maure fügte hinzu, das Werk Bursa sei eines der erfolgreichste Werke der Renault-Gruppe, was die Qualität und Leistungsfähigkeit betrifft. In dem Werk werden mit mehr als 7.000 Beschäftigten Personenkraftwagen und Motoren hergestellt.
6. Sept. 2018

Atlassian übernimmt türkische OpsGenie
Der australische Softwareriese Atlassian hat zum Preis von 295 Mio. US$ die türkische OpsGenie übernommen, die erst vor sechs Jahren in Ankara als Start-up-Unternehmen gegründet worden war. Zwei Drittel der Kunden von OpsGenie, einer Plattform für IT-Störungsmanagement (Incident Management), sitzen in den USA, wo das Unternehmen auch bereits mit einem eigenen Büro vertreten ist. Wie Berkay Mollamustafaoğlu, einer der Gründungsgesellschafter von OpsGenie, anmerkte, habe man schon seit langem mit Atlassian als Geschäftspartner zusammengearbeitet und die Integration mit den meisten ihrer Produkte sei bereits abgeschlossen.
6. Sept. 2018

Hyundai gibt bekannt, trotz des geschrumpften Marktes in ein neues Modell investieren zu wollen
Der türkische Pkw-Markt ist in den ersten acht Monaten des laufenden Jahres aufgrund steigender Währungskurse und Zinssätze um 18,5 % geschrumpft. Obwohl am 23. September ein Präsidialdekret zur Umstrukturierung und Verringerung der Verbrauchssteuern auf Pkw erlassen wurde, weisen Marktexperten darauf hin, dies werde nur eine begrenzte Wirkung zeigen, da das Hauptproblem darin bestehe, dass keine Bankkredite erhältlich und die Finanzierungskosten gestiegen seien. TOFAŞ, von der Kapazität her zweitgrößter Kraftfahrzeughersteller der Türkei, kündigte an, seine Produktion im Oktober 9 Tage lang stillzulegen. Hyundai hingegen teilte mit, man halte an der Zusage fest, im ersten Quartal 2021 die Produktion eines neuen SUV-Modells aufzunehmen. Weiterhin gab das Unternehmen seine Pläne zur Einführung eines Limousinenmodells bis Ende 2021 bekannt. Wie Ickkyun Oh, der Vorsitzende der Geschäftsleitung von Hyundai Assan, erklärte, habe man den Produktionsplan für 2018 von 230.000 auf 210.000 Fahrzeuge reduziert. Die Einbuße auf dem heimischen Markt wolle man durch die Erschließung neuer Exportmärkte kompensieren.
9.–28. Sept. 2018

1.345 Unternehmen haben Anspruch auf Fördermittel zum Maschinenkauf
Das Ministerium für Industrie und Technologie unterstützt 1.345 anspruchsberechtigte kleine und mittlere Unternehmen bei der Beschaffung von Maschinen und Ausrüstung aus heimischer Fertigung. Pro KMU werden beim Kauf von im Inland hergestellten Maschinen und Ausrüstungsgegenständen im Wert von 1 Mio. TL und darüber bis zu 300.000 TL der Finanzierungskosten vom Staat übernommen. Von dieser Fördermaßnahme erwartet man sich, dass ein Markt von 1,4 Mrd. TL für die türkische Maschinenbauindustrie geschaffen wird.
18. Sept. 2018

Amazon.com.tr geht online
Die türkische Webseite des Onlineversandriesen Amazon ist ins Netz gestellt worden. Nach Worten von Sam Nicols, dem Türkei-Chef des Unternehmens, freue man sich, Millionen Produkte von über tausend einheimischen Händlern anbieten zu können. In den nächsten Monaten wolle das Unternehmen durch eine erweiterte Produktpalette und vermehrte Lieferoptionen seine Aktivitäten in der Türkei weiter ausbauen.
20. Sept. 2018

Schweizer Unternehmen Zehnder nimmt neues Werk in der Türkei in Betrieb
Zehnder, ein führender Schweizer Hersteller von Raumklima-Lösungen, hat sein neues Werk in der Stadt Manisa in Dienst gestellt, in das 20 Mio. EUR investiert wurden. Mit 220 Mitarbeitern können dort 750.000 Badheizkörper pro Jahr hergestellt werden. 60 % der Produktion des neuen Werkes sollen in den Export gehen. Laut René Grieder, dem Finanzvorstand der Zehnder Group AG, könne man in der Türkei auf erfahrene Führungskräfte und engagierte Arbeitskräfte zurückgreifen. Die neue Fabrik werde seiner Firma nicht nur ermöglichen, den örtlichen Produktionsstandort zu stärken, sondern auch ihren Wettbewerbsvorteil auf internationaler Ebene auszubauen. Das Unternehmen ist seit 2006 in einer Partnerschaft mit dem heimischen Hersteller Sanpa in der Türkei tätig. Im Jahr 2012 festigte Zehnder durch die Übernahme der Geschäftsanteile des lokalen Partners seine Präsenz.
21.–27. Sept. 2018

GSK plant Investition von 25 Mio. GBP in der Türkei
Selim Giray, der geschäftsführende Vorstand von GlaxoSmithKline (GSK) Türkei, einer Tochtergesellschaft des britischen Pharmakonzerns, hat eine Investition von 25 Mio. GBP in die Herstellung der zur Behandlung von Atemwegserkrankungen eingesetzten Verneblungstechnologie angekündigt. Es ist eine Produktionskapazität von 8,5 Millionen Verneblerpacks vorgesehen, was 60 % der Inlandsnachfrage entspricht. Die Produktion soll im Jahr 2021 aufgenommen werden. GSK ist bereits seit 60 Jahren in der Türkei tätig. Bei der neuen Investition wird das Unternehmen mit dem türkischen Pharmahersteller Abdi İbrahim kooperieren.
25. Sept. 2018

Türkische Baumarktkette Tekzen soll katarisches Handelsunternehmen Al Meera Holding beliefern
Tekzen hat mit der Al Meera Holding eine strategische Vereinbarung getroffen, wonach das katarische Lebensmittelhandelsunternehmen 2019 über Tekzen in der Türkei hergestellte Güter im Wert von 100 Mio. US$ einkaufen soll. Wie Salah Al-Hammadi, der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Al Meera Holding, berichtete, sei der Absatz von in der Türkei hergestellten Waren nach Verhängung des Embargos um 80 % gestiegen. Er fügte an, dass Al Meera die größte Großmarktkette in Katar sei und man die Vereinbarung mit Tekzen geschlossen habe, um ihre Präsenz im Non-Food-Einzelhandel zu stärken.
28. Sept. 2018

Zusatz zum Erlass, der Verträge auf Devisenbasis untersagt, schafft Ausnahmeregelungen für Unternehmen mit ausländischer Kapitalbeteiligung
Durch den Zusatz zu dem Erlass werden verschiedene Verträge von dem Verbot ausgenommen, darunter solche, an denen ausländische Staatsbürger beteiligt sind, Dienstleistungsverträge im Bereich Export und Transithandel, Dienstvereinbarungen, die von in der Türkei ansässigen Personen und Gesellschaften für ihre Tätigkeit im Ausland getroffen werden, Fahrzeug-Leasingverträge, die vor dem Erlass abgeschlossen wurden, sowie Werk- und Dienstverträge unter Beteiligung von Unternehmen mit mehr als 50 % ausländischem Kapital. Darüber hinaus regelt der Zusatz, dass für den Fall, dass Vertragspartner, die verpflichtet sind, bestehende Vereinbarungen in türkische Lira zu konvertieren, sich nicht auf den anzuwendenden Umtauschkurs einigen können, der Kurs vom 2. Januar 2018 zugrunde gelegt wird.
6. Okt. 2018

Politik

Erdoğan-Besuch in Deutschland
Auf Einladung von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan einen dreitägigen Deutschlandbesuch absolviert. In der Pressekonferenz nach ihrem Treffen in Berlin lobte Bundeskanzlerin Angela Merkel die Türkei für ihre Leistungen in der Flüchtlingsfrage, äußerte jedoch, zur Strafverfolgung der sog. Fethullahistischen Terrororganisation (FETÖ) benötige ihre Regierung konkreteres Beweismaterial. Erdoğan wiederum wies darauf hin, die Türkei bemühe sich um baldmöglichste Erfüllung der verbleibenden sechs Kriterien, die Voraussetzung für eine Liberalisierung der Visumspolitik sind, von der nach seinen Worten sowohl die Türkei als auch die EU profitieren würde. Zum Abschluss seines Besuchs reiste Erdoğan nach Köln, um eine neue Moschee von DİTİB, der vom türkischen Staat getragenen Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion, einzuweihen.
1 Okt. 2018

Türkei lässt US-Pastor Brunson frei
Ein türkisches Gericht hat die Freilassung von Andrew Brunson angeordnet, einem US-amerikanischen evangelikalen Pastor, der zwei Jahre lang wegen diverser Vorwürfe, u. a. Spionage, in der Türkei in Untersuchungshaft saß bzw. zuletzt unter Hausarrest stand. Nach seiner Rückkehr in die Vereinigten Staaten wurde Brunson von U.S.-Präsident Donald Trump empfangen, der Präsident Erdoğan dafür dankte, dass dieser die Ausreise Brunsons ermöglicht habe, und sich zuversichtlich äußerte, dass nun wieder eine Annäherung an die Türkei möglich sein werde. Die Inhaftierung von Brunson hatte zu erheblichen Spannungen zwischen den beiden Ländern, einschließlich der Verhängung von Wirtschaftssanktionen, geführt und beträchtlich zum Kursverfall der türkischen Lira gegenüber dem US-Dollar beigetragen.
13. Okt. 2018

Wirtschaft

Inflation verschärft sich weiter
Im September 2018 sind die Verbraucherpreise in der Türkei in der Türkei im Vergleich zum Vormonat um 6,30 % und gegenüber dem Vorjahresmonat um 24,52 % gestiegen, so stark wie nie seit 2003. Der größte monatliche Preisanstieg fand mit 11,41 % bei Möbeln und Haushaltsgegenständen statt, gefolgt vom Verkehr (9,15 %) sowie diversen Waren und Dienstleistungen (7,42 %). Bei den wichtigsten Warengruppen gab es im September keinerlei Preisrückgänge. Die kräftigste Teuerung auf Jahresbasis verzeichnete mit 37,28 % die Warengruppe Möbel und Haushaltsgegenstände. Außerdem erhöhte sich der inländische Erzeugerpreisindex gegenüber dem Juli um 10,88 % und auf Basis der letzten 12 Monate auf den seit 2002 nicht erreichten Wert von 46,15 %.
3. Okt. 2018

Zahl der Arbeitslosen im Juli auf 10,8 % gestiegen
Im Juli 2018 waren in der Türkei rund 3.531.000 Menschen über 15 Jahren als arbeitslos gemeldet, etwa 88.000 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote stieg gegenüber dem Vorjahresmonat um 0,1 Prozentpunkte auf 10,8 %. Im selben Zeitraum ging die Jugendarbeitslosigkeit in der Altersgruppe von 15 bis 24 Jahren auf 19,9 % zurück. Die Erwerbsquote stieg auf insgesamt 54,0 %; bei der weiblichen Bevölkerung lag sie bei 34,7 %. Von den in diesem Zeitraum Erwerbstätigen waren 53,9 % im Dienstleistungssektor, 19,5 % in der Industrie, 19,7 % in der Landwirtschaft und 6,9 % in der Bauwirtschaft beschäftigt.
15. Okt. 2018

Außenhandelsdefizit der Türkei verringert sich im August um 59 %
Im August 2018 sanken die Ausfuhren der Türkei gegenüber dem Vorjahresmonat um 6,5 % auf 12,4 Mrd. US$. Gleichzeitig gingen die Einfuhren um 22,7 % auf 14,8 Mrd. US$ zurück. Infolge dessen verringerte sich das Handelsdefizit des Landes um 59,0 % auf 2,4 Mrd. US$. Im August war Deutschland mit 1,1 Mrd. US$ weiterhin wichtigster Exportpartner der Türkei, vor dem Vereinigten Königreich (900 Mio. US$), dem Irak (648 Mio. US$) und den USA (637 Mio. US$). Bei den Importen in die Türkei lag Russland mit 1,6 Mrd. US$ an erster Stelle, gefolgt von China (1,5 Mrd. US$), Deutschland (1,3 Mrd. US$) und den USA (920 Mio. US$).
28. Sept. 2018

Türkische Regierung stellt neues Wirtschaftsprogramm vor
Wichtigste Bausteine des vom Schatzamts- und Finanzministerium verkündeten Programms sind hohe Einsparungen, ein ausgewogenes Wachstum und die Bekämpfung der Inflation. Für 2018 wurde ein Wachstumsziel von 3,8 % gesetzt, für 2019 dann 2,3 % und für 2020 wieder 3,5 %. Die Inflationsprognose lautet 20,8 % für 2018, 15,9 % für 2019 und 9,8 % für 2020. Bei der Berechnung der Jahreswerte wurde für die Jahre 2018–2020 ein Umtauschkurs von 4,90, 5,60 bzw. 6,00 TL/US$ zugrunde gelegt.
21. Sept. 2018

 

Monatsdaten im Überblick

Wirtschaftswachstum

Inflation