Türkei News Dezember 2020

Covid-19 Status

(Stand: 13. Dezember 2020)

Business

Hyosung will Kapazität in der Türkei ausbauen
Der südkoreanische Hyosung-Konzern hat angekündigt, dass er zur Kapazitätserweiterung 60 Mrd. KRW (ca. 45,5 Mio. EUR) in seine Textilproduktionsstätte in Çerkezköy (Provinz Tekirdağ) investieren wird. Durch die Investition soll sich die Jahresproduktionskapazität bei Elastan (Lycra), die gegenwärtig 15.000 Meter beträgt, verdoppeln. Derzeit beschäftigt Hyosung im Werk Çerkezköy auf einer Fläche von 87.000 Quadratmetern 350 Mitarbeiter.
11. Nov. 2020

Ford lanciert Elektro-Nutzfahrzeug
Ford hat sein erstes vollelektrisches Nutzfahrzeug vorgestellt, das im Werk Gölcük (Provinz Kocaeli) hergestellt werden wird. Das Modell E-Transit soll ab 2022 nach Europa exportiert und auch auf dem heimischen Markt verkauft werden. Das Fahrzeug kann in etwas über 8 Stunden voll aufgeladen werden und bietet eine Reichweite von bis zu 350 km.
13. Nov. 2020

Fristen für System zum Management elektronischer Nachrichten verlängert
Das türkische Handelsministerium hat neue Stichtage für die Registrierung im System zum Management elektronischer Nachrichten (İYS) bekanntgegeben. Nunmehr müssen Dienstanbieter mit mehr als 150.000 Zustimmungen zu gewerblichen elektronischen Nachrichten das Registrier- und Hochladeverfahren bis zum 31. Dez. 2020 und solche mit 150.000 oder weniger bis zum 31. Mai 2021 abgeschlossen haben.
1. Dez. 2020

Netflix eröffnet Büro in der Türkei
Netflix hat die Eröffnung eines Büros in der Türkei in der zweiten Jahreshälfte 2021 angekündigt. Reed Hastings, der Gründer und CEO des Medienunternehmens, erklärte, dieses Büro werde dem Unternehmen helfen, mehr türkische Produktionen für ein weltweites Publikum zu erstellen, und er dankte den über 3 Millionen türkischen Netflix-Abonnenten. Der Oberste Rundfunk- und Fernsehrat der Türkei (RTÜK) hatte Netflix im November eine Internet-Sendelizenz erteilt, was den RTÜK dazu berechtigt, Überprüfungen der Inhalte des Katalogs der Plattform durchzuführen.
3. Dez. 2020

 

Politik

Saudi-Arabien untersagt Importe tierischer Produkte aus der Türkei
Saudi-Arabien hat zum 15. November alle Einfuhren von Geflügel- und Rotfleischprodukten, Eiern, Meeresfrüchten, Honig und Milch aus der Türkei vorläufig untersagt. Die Zerrüttung des Verhältnisses zwischen den beiden Ländern hatte im Oktober konkreten Ausdruck gefunden, als der Vorsitzende der saudi-arabischen Handelskammern zum Boykott türkischer Waren aufrief. Das Volumen der türkischen Exporte nach Saudi-Arabien ist in den ersten zehn Monaten des Jahres im Vergleich zum selben Zeitraum des Vorjahres um 29,0 % auf 2,3 Mrd. US$ zurückgegangen.
14. Nov. 2020

Deutsches Kriegsschiff führt Razzia bei türkischem Frachter durch
Das türkische Frachtschiff Rosaline A, das mit verschiedenen Gütern wie Lebensmitteln und Farbe für Libyen beladen war, ist in Gewässern südwestlich Griechenlands von einer an der Operation Irini der EU-Seestreitkräfte beteiligten Fregatte der deutschen Marine aufgebracht worden. Eine Durchsuchung wegen eines möglichen Verstoßes gegen das Waffenembargo wurde abgebrochen, nachdem die Türkei Einspruch erhoben hatte. Der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu nannte das Vorgehen völkerrechtswidrig und drohte mit Vergeltungsmaßnahmen seines Landes, während die deutsche Regierung erklärte, man habe sich an die vereinbarte Verfahrensweise gehalten.
24. Nov. 2020

Türkei und Katar schließen Vereinbarungen einschließlich Veräußerung von 10 % der Wertpapierbörse
In Ankara wurden in Anwesenheit des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan und des Emirs von Katar, Scheich Tamim bin Hamad al-Thani, zehn Vereinbarungen zwischen der Türkei und Katar geschlossen. Demgemäß wurden 10 % Anteile an Borsa Istanbul, der türkischen Wertpapierbörse, von der katarischen Investitionsbehörde erworben. Weitere Geschäftsabschlüsse waren u. a. die Übertragung von Anteilen am Istanbuler Einkaufszentrum Istinye Park durch deren Eigentümerin Doğuş Holding sowie der Betreiberrechte des Hafens von Antalya durch die Global Yatırım Holding.
27. Nov. 2020

Innenministerium verkündet neue Coronavirus-Maßnahmen
Im Rahmen der vom türkischen Innenministerium bekanntgegebenen neuen Maßnahmen gegen die Coronavirus-Pandemie ist eine Ausgangssperre von 21 Uhr bis 5 Uhr an Wochentagen und von Freitag 21 Uhr bis Montag 5 Uhr verhängt worden. Den Bürger ist nur gestattet, zu Fuß nahegelegene Einkaufsmöglichkeiten wie Supermärkten und Bäckereien aufzusuchen. Restaurants dürfen nur Gerichte zum Mitnehmen anbieten oder liefern. Über 65-jährige und unter 20-jährige dürfen unter der Woche zwar zu bestimmten Tageszeiten aus dem Haus gehen, aber keine öffentlichen Verkehrsmittel benutzen.
1. Dez. 2020

Keine weitreichende Sanktionen gegen die Türkei nach EU-Gipfel
In der Abschlusserklärung des Gipfeltreffens der EU-Staats- und Regierungschefs in Brüssel wurde hervorgehoben, dass die Reduzierung der Spannungen zwischen Griechenland und der Türkei Voraussetzung für die Wiederaufnahme der Verhandlungen zwischen den beiden Ländern sei und dass die Europäische Union einen strategischen Nutzen aus der Weiterentwicklung ihrer Beziehungen mit der Türkei ziehe. Trotz des Vorschlags, die bestehende Liste von begrenzten Sanktionen aufgrund der türkischen Erdgas-Sondierungsaktivitäten im östlichen Mittelmeer zu erweitern, verhängte der Gipfel weder weitreichende Wirtschaftssanktionen noch ein Waffenembargo.
11. Dez. 2020

USA verhängen Sanktionen gegen die Türkei
Auch wenn der scheidende US-Präsident Donald Trump erklärte hatte, dass er sein Veto gegen das Gesetzespaket zum Verteidigungshaushalt einlegen werde, das den Weg für Sanktionen gegen die Türkei wegen deren Kauf des russischen S-400-Raketensystems ebnet, wurden vom US-Finanzministerium bestimmte Sanktionen verhängt. Diese richten sich gegen die türkische Behörde für die Verteidigungsindustrie (SSB), deren Leiter İsmail Demir und weitere hochrangige Beamte und beinhalten unter anderem eine Sperre aller US-Ausfuhrgenehmigungen der SSB, das Einfrieren von Vermögenswerten sowie Visumsbeschränkungen, wie Außenminister Mike Pompeo bekanntgab.
14. Dez. 2020

 

Wirtschaft

Türkische Notenbank erhöht Leitzinsen
Die Zentralbank der Republik Türkei hat ihren Leitzinssatz (den einwöchigen Repo-Satz) von 10,25 % auf 15,00 % erhöht. Wie die Bank mitteilte, seien die verzögerten Auswirkungen der Abwertung der türkischen Lira, die weltweit steigenden Lebensmittelpreise sowie verschlechterte Inflationserwartungen den Inflationsaussichten abträglich. Daher habe die Bank beschlossen, eine transparente und kräftige Straffung ihrer Geldpolitik vorzunehmen.
19. Nov. 2020

8,4 % Importanstieg im Oktober
Im Oktober 2020 sind die Exporte der türkischen Wirtschaft im Vergleich zum Vorjahresmonat um 5,6 % auf 17,3 Mrd. US$ und die Importe um 8,4 % auf 19,7 Mrd. US$ gestiegen. Im selben Zeitraum erhöhte sich das Handelsdefizit des Landes um 34,4 % auf 2,4 Mrd. US$. Im Oktober behauptete Deutschland mit 1,6 Mrd. US$ seine Stellung als wichtigster Exportpartner der Türkei, vor dem Vereinigten Königreich (1,5 Mrd. US$) und dem Irak (966 Mio. US$). Auch bei den Importen in die Türkei lag Deutschland mit 2,3 Mrd. US$ an erster Stelle, gefolgt von China (1,9 Mrd. US$) und Russland (1,3 Mrd. US$).
30. Nov. 2020

Türkische Wirtschaft in Q3/2020 um 6,7 % gewachsen
Das Bruttoinlandsprodukt der Türkei ist im dritten Quartal 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 6,7 % gestiegen. Das BIP des Quartals zu jeweiligen Preisen erreichte 1,419,5 Mrd. TL, was jedoch in Dollar umgerechnet nur noch 197,4 Mrd. US$ entsprach. Das verarbeitende Gewerbe wuchs um 9,3 %, die Bauwirtschaft um 6,4 %, der Agrarsektor um 6,2 % und das Dienstleistungsgewerbe um 0,8 %.
30. Nov. 2020

Inflation weiter gestiegen
Die Verbraucherpreise in der Türkei sind im November 2020 gegenüber dem Vormonat um 2,30 % gestiegen. Im Vergleich zum selben Monat des Vorjahres erhöhte sich der VPI um 14,03 %. Der höchste monatliche Preisanstieg war mit 4,51 % beim Verkehr zu verzeichnen, gefolgt von Lebensmitteln und nichtalkoholischen Getränken mit 4,16 %. Den einzigen Preisrückgang gab es bei der Bildung mit -0,19 %. Die stärksten Teuerungen auf Jahresbasis gab es bei Diversen Waren und Dienstleistungen (29,42 %) sowie Lebensmitteln und nichtalkoholischen Getränken (21,08 %). Der inländische Erzeugerpreisindex stieg im Vergleich zum Vormonat um 4,08 %, auf die letzten 12 Monate gerechnet waren es 23,11 %.
3. Dez. 2020

12,7 % Arbeitslose im September
In der Türkei wurden im September 2020 rund 4.016.000 Personen im Alter ab 15 Jahren als arbeitslos geführt. Damit lag die Arbeitslosenquote mit 12,7 % um 1,1 Prozentpunkte unter dem Stand des Vorjahresmonats. Im gleichen Zeitraum ging die Jugendarbeitslosigkeit in der Altersgruppe von 15 bis 24 Jahren auf 24,3 % zurück. Die Erwerbsquote sank auf insgesamt 50,5 %, bei der weiblichen Bevölkerung auf 31,9 %. Von der Gesamtzahl der Erwerbstätigen waren 55,3 % im Dienstleistungssektor, 19,9 % in der Industrie, 18,5 % in der Landwirtschaft sowie 6,3 % im Baugewerbe beschäftigt.
10. Dez. 2020

Industrieproduktion um 10,2 % gestiegen
Im Oktober ist der Index der türkischen Industrieproduktion um 10,2 % gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen, wobei das produzierende Gewerbe einen Zuwachs von 11,0 % verbuchen konnte. Den höchsten Anstieg in der Kategorie des produzierenden Gewerbes gab es bei den Produktgruppen „pharmazeutische Grundstoffe und pharmazeutische Präparate“ (26,1 %), „Holz und Erzeugnisse aus Holz und Kork“ (23,6 %) und „elektrische Ausrüstung“ (21,7 %). Der stärkste Rückgang war hingegen bei den Produktgruppen „sonstige Transportgeräte“ (-23,6 %), „Koks und raffinierte Erdölprodukte“ (-7,8 %) sowie „Leder und verwandte Produkte“ (-7,7 %) zu verzeichnen.
14. Dez. 2020

 

Monatsdaten im Überblick

Wirtschaftswachstum

Inflation