Türkei News November 2020

Covid-19 Status

(Stand: 15. November 2020)

Business

BSH-Pitsos verlegt Produktion von Griechenland in die Türkei
Das zur deutschen Unternehmensgruppe Bosch Siemens Hausgeräte (BSH) gehörende griechische Traditionsunternehmen Pitsos schließt am Jahresende sein Stammwerk in Athen und verlegt seine gesamte Produktion in die Türkei. Das größte der weltweit 40 BSH-Werke mit einer Jahresproduktionskapazität von 6,2 Millionen Einheiten befindet sich in der Türkei auf einer Fläche von 550.000 m2 in Çerkezköy (Provinz Tekirdağ).
15. Okt. 2020

Türkei entdeckt weiteres Erdgasvorkommen
Wie Präsident Recep Tayyip Erdoğan verkündete, ist das türkische Explorationsschiff „Fatih“ im Schwarzen Meer auf ein weiteres Erdgasvorkommen von 85 Milliarden Kubikmetern gestoßen, nachdem im August bereits eine Reserve von 320 Milliarden Kubikmetern Größe entdeckt worden war. Die Erdgasförderung an diesem Standort soll 2023 mit einer Jahresmenge von 5 bis 10 Milliarden Kubikmetern beginnen und 2026 mit 15 Milliarden Kubikmetern ihren Höhepunkt erreichen.
18. Okt. 2020

Chinesisches Unternehmen baut Werk für Fahrzeugakkus in der Türkei
TOGG, das Konsortium für die Herstellung des „nationalen Automobils“ der Türkei, hat mit dem chinesischen Li-Ion-Akkuhersteller Farasis Energy eine Vereinbarung getroffen, um die Batteriemodule und den Akkupack für das Elektroauto in der Türkei zu fertigen. Der Geschäftsplan der Gesellschaft soll bis Ende 2020 bekanntgegeben werden und Anfang nächstes Jahr soll dann die Gründung des Gemeinschaftsunternehmens erfolgen.
21. Okt. 2020

Kurzarbeitergeld und Entlassungsverbot um weitere zwei Monate verlängert
Die Verordnung, derzufolge Unternehmen, die aufgrund der Coronavirus-Pandemie zur Einstellung ihres Betriebs gezwungen waren, Kurzarbeitergeld für ihre Mitarbeiter in Anspruch nehmen können, ist um weitere zwei Monate bis zum Jahresende verlängert worden. Parallel dazu bleibt auch das Entlassungsverbot über den 17. November hinaus noch zwei Monate in Kraft.
28. Okt. 2020

Türkei verhängt Strafen gegen Social-Media-Riesen
Die türkische Behörde für Informations- und Kommunikationstechnologien (BTK) hat gegen mehrere Social-Media-Unternehmen, darunter Facebook, Instagram, Twitter, Periscope, YouTube und TikTok, Ordnungsstrafen von je 10 Mio. TL (ca. 1 Mio. €) verhängt, weil sie nicht wie von der neuen Social-Media-Verordnung vorgeschrieben bis zum 2. November eine Repräsentanz in der Türkei eröffnet haben. Bei Nichtzahlung der Strafe innerhalb von 30 Tagen wird ein zusätzliches Bußgeld von 30 Mio. TL fällig.
5. Nov. 2020

Gesetz zu Steuer- und Sozialversicherungsverbindlichkeiten verabschiedet
Die Große Türkische Nationalversammlung hat einem Gesetz zugestimmt, das eine Umschuldung von Steuerschulden und ausstehenden Sozialversicherungsbeiträgen sowie deren Zahlung in 18 Raten zulässt. Demnach wird eine Umschuldung von Verbindlichkeiten unter anderem aus der Einkommensteuer, Körperschaftsteuer, Mehrwertsteuer, Kraftfahrzeugsteuer, Verbrauchssteuer und allen Bußgeldern möglich sein.
12. Nov. 2020

 

Politik

Marokko erhöht Zölle auf türkische Produkte
Die marokkanische Regierung hat die Zollsätze auf 1.200 Produktgruppen, die aus der Türkei eingeführt werden, darunter Textilien und Konfektionsware, für die nächsten fünf Jahre um bis zu 90 % angehoben. Die marokkanischen Textilhersteller hatten darüber geklagt, dass das Freihandelsabkommen zwischen der Türkei und Marokko zu einer Wettbewerbsverzerrung geführt habe.
13. Okt. 2020

USA verurteilt türkische S-400-Raketentests
Das US-amerikanische Verteidigungsministerium hat die von der Türkei in der Provinz Sinop durchgeführten Tests des russischen S-400-Raketensystems missbilligt. Wie vom Pentagon verlautbart wurde, stelle das Thema S-400 weiterhin ein Hindernis für den Fortschritt in den bilateralen Beziehungen dar.
24. Okt. 2020

Erdoğan ruft zum Boykott französischer Waren auf
Der türkische Präsident Erdoğan hat dazu aufgerufen, französische Waren zu boykottieren, um dagegen zu protestieren, dass in seiner Sichtweise die französische Regierung nach der Ermordung eines Lehrers durch einen Dschihadisten die Veröffentlichung von Karikaturen, die den Propheten Mohammad verhöhnen, verteidige. Außerdem übte Erdoğan scharfe Kritik an einer von der deutschen Polizei wegen Betrugsverdacht durchgeführte Razzia in einer Berliner Moschee und äußerte die Behauptung, in Europa gebe es keine Religionsfreiheit.
27. Okt. 2020

EU senkt Quoten für türkischen Stahl
Die EU hat die Quoten für Importe von türkischem Stahl von 75.000 auf 58.926 Tonnen für das erste Quartal 2021 und 59.480 Tonnen für Q2/21 gesenkt, woraufhin der türkische Verband der Stahlproduzenten (TÇÜD) Gegenmaßnahmen gegen Einfuhren aus der EU forderte.
3. Nov. 2020

 

Wirtschaft

Türkische Zentralbank behält Leitzins bei
Die Zentralbank der Republik Türkei hat ihren Leitzinssatz (den einwöchigen Repo-Satz) von 10,25 % beibehalten. Hingegen erhöhte die Bank die Marge zwischen den Zinsen für ihre Kreditfazilität (Late Liquidity Window) und dem Tagesgeldsatz von 150 auf 300 Basispunkte. Nach Aussagen der Bank hat sie sich entschieden, „unter Beibehaltung des Leitzinses die Flexibilität im Liquiditätsmanagement zu stärken und die Liquiditätsmaßnahmen fortzusetzen, bis die Inflationsaussichten eine deutliche Verbesserung zeigen“.
22. Okt. 2020

23,0 % mehr Importe im September
Im September 2020 sind die Ausfuhren der türkischen Wirtschaft im Vergleich zum Vorjahresmonat um 4,8 % auf 16,0 Mrd. US$ gestiegen. Da im selben Zeitraum auch die Einfuhren um 23,0 % auf 20,8 Mrd. US$ zunahmen, erhöhte sich das Handelsdefizit um ganze 189,6 % auf 4,8 Mrd. US$. Mit 1,5 Mrd. US$ blieb Deutschland im September wichtigster Exportpartner der Türkei, vor dem Vereinigten Königreich mit 1,1 Mrd. US$ und den USA mit 947 Mio. US$. Bei den Importländern führte weiterhin China mit 2,2 Mrd. US$, gefolgt von Deutschland mit 2,1 Mrd. US$ und Russland mit 1,6 Mrd. US$.
30. Okt. 2020

Inflation leicht gestiegen
Die Verbraucherpreise in der Türkei sind im Oktober 2020 gegenüber dem Vormonat um 2,13 % gestiegen. Im Vergleich zum selben Monat des Vorjahres erhöhte sich der VPI um 11,89 %. Den höchsten monatlichen Preisanstieg verzeichneten Kleidung und Schuhe (6,81 %), gefolgt von Lebensmitteln und nichtalkoholischen Getränken (3,03 %). Einen minimalen Preisrückgang vermeldeten hingegen die Warengruppen Freizeit und Kultur mit -0,09 % sowie Alkoholische Getränke und Tabak mit -0,01 %. Die stärksten Teuerungen auf Jahresbasis gab es bei Diversen Waren und Dienstleistungen (27,40 %) sowie Lebensmitteln und nichtalkoholischen Getränken (16,51 %). Der inländische Erzeugerpreisindex stieg im Vergleich zum Vormonat um 3,55 %, auf die letzten 12 Monate gerechnet waren es 18,20 %.
3. Nov. 2020

Notenbankchef entlassen, Schatzamt- und Finanzminister zurückgetreten
Präsident Erdoğan hat den Chef der Zentralbank der Republik Türkei durch den Leiter des Präsidialamts für Strategie und Haushalt und früheren Finanzminister, Naci Ağbal, ersetzt. Er nahm außerdem den Rücktritt seines Schwiegersohns Berat Albayrak an und besetzte den Posten des Schatzamt- und Finanzministers mit dem ehemaligen Entwicklungsminister Lütfi Elvan.
7.–10. Nov. 2020

13,2 % Arbeitslose im August
In der Türkei waren im August 2020 rund 4.194.000 Personen im Alter ab 15 Jahren als arbeitslos gemeldet. Mit 13,2 % lag die Arbeitslosenquote um 0,8 Prozentpunkte unter dem Wert des Vorjahresmonats. Im selben Zeitraum sank die Jugendarbeitslosigkeit in der Altersgruppe von 15 bis 24 Jahren auf 26,1 %. Die Erwerbsquote sank auf insgesamt 50,6 %, bei der weiblichen Bevölkerung auf 32,0 %. Von den in diesem Zeitraum Erwerbstätigen waren 54,7 % im Dienstleistungssektor, 19,8 % in der Industrie, 19,2 % in der Landwirtschaft und 6,2 % im Baugewerbe beschäftigt.
10. Nov. 2020

Industrieproduktion um 8,1 % gestiegen
In der Türkei hat sich der Index der Industrieproduktion im September um 8,1 % gegenüber dem Vorjahresmonat erhöht, wobei das produzierende Gewerbe einen Zuwachs von 8,5 % verbuchen konnte. Den höchsten Anstieg in der Kategorie des produzierenden Gewerbes gab es bei den Produktgruppen „diverse nichtmetallische Mineralprodukte“ (24,2 %), „Möbel“ (23,8 %) und „Reparatur und Instandhaltung von Maschinen und Anlagen“ (22,0 %). Der stärkste Rückgang war hingegen bei den Produktgruppen „Herstellung von Druckerzeugnissen und Vervielfältigung von bespielten Ton-, Bild- und Datenträgern“ (-30,5 %), „Koks und raffinierte Erdölprodukte“ (-8,8 %) und „Computer, Elektronik und optische Produkte“ (-8,5 %) zu verzeichnen.
13. Nov. 2020

 

Monatsdaten im Überblick

Wirtschaftswachstum

Inflation