Türkei News Oktober 2020

Covid-19 Status

(Stand: 19. Oktober 2020)

Business

Umdasch erwirbt Mehrheit an Madosan
Das österreichische Schalungs- und Ladenbauunternehmen Umdasch Group hat vor, 55 % der Anteile an dem in Bursa ansässigen türkischen Regalsystemhersteller Madosan zu erwerben. Madosan hat 125 Mitarbeiter und exportiert 65 % seiner Produktion in 74 Länder. Wie Silvio Kirchmair, der CEO von Umdasch The Store Makers, erklärte, verstärkt sich sein Unternehmen durch diesen Zukauf mit einer ausgesprochen wettbewerbsfähigen Produktionsbasis.
2. Sept. 2020

Erdoğan weiht neue Autobahn ein
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat eine neue Autobahn zwischen der Hauptstadt Ankara und der kappadokischen Stadt Niğde eröffnet. Durch das 275 km lange Streckenstück (330 km einschließlich Zufahrten) verkürzt sich die Fahrtzeit zwischen den beiden Städten von über 4 auf unter 2,5 Stunden.
5. Sept. 2020

Yandex schließt Niederlassung in Istanbul
Der russische Suchmaschinenbetreiber Yandex hat sich entschieden, seine Istanbuler Niederlassung mit 120 Mitarbeitern zu schließen. Das Unternehmen zieht sich jedoch nicht vom türkischen Markt zurück, sondern die Zentrale in Moskau übernimmt das Management der künftigen Aktivitäten in der Türkei. Yandex ist seit 2011 in der Türkei tätig.
18. Sept. 2020

Beschränkung der Dividendenausschüttung verlängert
Mit einem am 18. September erlassenen Präsidialdekret ist die Regelung, dass Aktiengesellschaften nur maximal 25 % ihres Überschusses für das Jahr 2019 als Dividende ausschütten dürfen, um drei Monate bis Ende 2020 verlängert worden. Dies ist Teil des Maßnahmenpakets der türkischen Regierung, um den wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie entgegenzusteuern.
20. Sept. 2020

Zusätzliche Zollabgaben bleiben vorerst bestehen
Die für etwa 5.000 Produktgruppen erhobenen zusätzlichen Zollabgaben bleiben bis zum Jahresende in Kraft. Die Abgaben waren durch Dekrete am 18. und 21. April, 11. und 20. Mai sowie 28. Juni eingeführt worden, um die heimischen Hersteller während der Pandemie gegenüber Importen zu schützen.
25. Sept. 2020

Steuer auf Devisen- und Goldhandel gesenkt
Die Finanztransaktionssteuer (BSMV) auf Käufe und Verkäufe von Devisen und Gold ist von 1,0 % auf 0,2 % gesenkt worden. Darüber hinaus wird nun auf Einlagenkonten mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr keine Quellensteuer mehr erhoben, bei einer Laufzeit von bis zu 1 Jahr bzw. 6 Monaten nur noch 3 % bzw. 5 %.
1. Okt. 2020

 

Politik

Saudischer Wirtschaftsführer ruft zum Boykott türkischer Produkte auf
Ajlan al-Ajlan, der Vorsitzende der saudi-arabischen Handelskammern, hat wegen der „Feindseligkeit der türkischen Regierung“ gegenüber Saudi-Arabien zum Boykott von türkischen Exporten, Investitionen und Tourismus aufgerufen. Die Beziehungen zwischen den beiden Ländern hatten sich in letzter Zeit aufgrund von Uneinigkeiten in der Nahostpolitik und nach der Ermordung des Journalisten Jamal Khashoggi stark verschlechtert. Das Volumen der türkischen Exporte nach Saudi-Arabien betrug 2019 3,3 Mrd. US$, somit nahm das Land Platz 16 unter den Exportpartnern der Türkei ein.
4. Okt. 2020

Türkei erklärt seine volle Unterstützung für Aserbaidschan
Das türkische Außenministerium hat die Angriffe des armenischen Militärs auf zivile Siedlungen in Aserbaidschan verurteilt. In einem Communiqué wurde nochmals die Unterstützung der Türkei für die Haltung der aserbaidschanischen Regierung bekräftigt, die von ihrem völkerrechtlichen Recht auf Selbstverteidigung Gebrauch mache. Derweil hat Kanada seine Exporte von unbemannten Fluggerätsystemen in die Türkei eingefroren, bis nachgewiesen ist, dass keine kanadische Militärtechnologie in dem bewaffneten Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan zum Einsatz kommt.
4.–6. Okt. 2020

EU gibt Türkeibericht für 2020 heraus
Dem von der Europäischen Kommission vorgestellten Jahresbericht zufolge bestehen nach wie vor Bedenken hinsichtlich der mangelnden Unabhängigkeit der türkischen Justiz und die Menschenrechtssituation hat sich weiter verschlechtert. Die Spannungen mit der EU erhöhten sich, als die türkische Staatsführung Flüchtlinge dazu anspornte, auf dem Landweg nach Europa weiterzuziehen, und als mit der Erdgasexploration im östlichen Mittelmeer begonnen wurde. Die Wirtschaft erholte sich nach der Geldabwertung 2018 nur zögerlich angesichts des schwachen Arbeitsmarkts und der Notwendigkeit, die Unternehmensbilanzen auszugleichen.
7. Okt. 2020

Erdoğan befürwortet Wiedereröffnung von zyprischer Touristengeisterstadt
Im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen in der Türkischen Republik Nordzypern (TRNZ) hat die Regierung den Strand von Maraş (ehemals Varosha) teilweise für die Öffentlichkeit geöffnet. Der ehemalige Badeort, der von seinen Bewohnern während des militärischen Eingreifens der Türkei auf Zypern 1974 aufgegeben worden war, war seither Sperrgebiet. Der türkische Präsident Erdoğan sprach sich für die Initiative aus, da die Stadt zum Territorium der TRNZ gehöre. Stéphane Dujarric, Sprecher von UN‑Generalsekretär António Guterres, hingegen erklärte, einseitige Maßnahmen, die Spannungen auf der Insel auslösen könnten, sollten unterbleiben.
8. Okt. 2020

 

Wirtschaft

Moody’s senkt Rating der Türkei
Die Ratingagentur Moody’s hat das Kreditrating der Türkei auf B2 (nicht anlagewürdig) gesenkt, während der Ausblick des Landes als negativ beibehalten wurde. Die Agentur hob hervor, dass das Land verletzlich gegenüber äußeren Einflüssen ist, angesichts gestiegener Risiken für das Kreditprofil des Landes Zweifel an der Fähigkeit seiner Institutionen zur Bewältigung der Herausforderungen bestehen und die staatlichen Finanzpuffer an Substanz verloren haben.
12. Sept. 2020

Türkische Notenbank erhöht Leitzins
Die Zentralbank der Republik Türkei hat ihren Leitzins (den einwöchigen Repo-Satz) von 8,25 % auf 10,25 % erhöht. Der Bank zufolge habe sich im dritten Quartal die Wirtschaftstätigkeit erholt und bei den Kleinkrediten habe ein Normalisierungstrend eingesetzt. Durch den raschen wirtschaftlichen Aufschwung mit hoher Kreditdynamik sowie der Entwicklungen auf dem Finanzmarkt habe die Inflation einen höheren Verlauf genommen als vorhergesehen. Deshalb habe sich die Bank entschlossen, einen Schritt zur Straffung der Geldpolitik zu unternehmen, um die Risiken für die Inflationsaussichten einzudämmen.
24. Sept. 2020

20,4 % mehr Importe im August
Im August 2020 sind die Exporte der türkischen Wirtschaft im Vergleich zum Vorjahresmonat um 5,7 % auf 12,5 Mrd. US$ zurückgegangen, während die Importe im selben Zeitraum um 20,4 % zunahmen und 18,7 Mrd. US$ erreichten. Dadurch stieg das Handelsdefizit um ganze 168,2 % auf 6,3 Mrd. US$. Auch im August blieb Deutschland mit 1,2 Mrd. US$ bedeutendster Ausfuhrpartner der Türkei, vor dem Vereinigten Königreich mit 989 Mio. US$ und den USA mit 740 Mio. US$. Mit 1,9 Mrd. US$ lag China bei den Importen in die Türkei vor Deutschland und dem Irak mit jeweils 1,7 Mrd. US$ an erster Stelle.
30. Sept. 2020

Neues Wirtschaftsprogramm verkündet
Der türkische Schatzamts- und Finanzminister Berat Albayrak hat das die nächsten drei Jahre umfassende neue Wirtschaftsprogramm der Regierung vorgestellt. Darin wird davon ausgegangen, dass die türkische Wirtschaft 2020 um 0,3 %, 2021 um 5,8 % und in den zwei Jahren darauf um jeweils 5,0 % wächst. Für das Jahr 2023 wurde eine Arbeitslosenquote von 10,9 % und eine Inflationsrate von 4,9 % zum Ziel gesetzt.
30. Sept. 2020

Inflation nahezu unverändert
Die Verbraucherpreise in der Türkei sind im September 2020 gegenüber dem Vormonat um 0,97 % gestiegen. Im Vergleich zum gleichen Monat des Vorjahres erhöhte sich der VPI um 11,75 %. Am stärksten stiegen die Preise auf Monatsbasis bei Möbeln und Haushaltsgegenständen (3,02 %) vor dem Verkehr mit 1,84 %. Einen – wenn auch minimalen – Preisrückgang verzeichneten die Ausgabengruppen Bildung (-0,07 %) sowie Kleidung und Schuhe (-0,03 %). Die stärkste Teuerung auf Jahresbasis gab es bei diversen Waren und Dienstleistungen (25,17 %) und bei der Gesundheit (15,09 %). Der inländische Erzeugerpreisindex stieg im Vergleich zum Vormonat um 2,65 %, auf die letzten 12 Monate gerechnet waren es 14,33 %.
5. Okt. 2020

Arbeitslosenzahl erreicht im Juli 13,4 %
In der Türkei wurden im Juli 2020 rund 4.227.000 Personen im Alter ab 15 Jahren als arbeitslos geführt. Dabei war die Arbeitslosenquote mit 13,4 % 0,5 Prozentpunkte niedriger als im Vorjahresmonat. Im gleichen Zeitraum ging die Jugendarbeitslosigkeit in der Altersgruppe von 15 bis 24 Jahren auf 25,9 % zurück. Die Erwerbsquote sank auf insgesamt 50,3 %, bei der weiblichen Bevölkerung auf 31,7 %. Von der Gesamtzahl der Erwerbstätigen waren 54,9 % im Dienstleistungssektor, 19,6 % in der Industrie, 19,4 % in der Landwirtschaft und 6,1 % in der Bauwirtschaft beschäftigt.
12. Okt. 2020

Industrieproduktion weiter verbessert
Im Juli ist der Index der Industrieproduktion der Türkei weiter gestiegen und übertraf den Wert des Vorjahresmonats um 10,4 %. Das verarbeitende Gewerbe verzeichnete einen Zuwachs von 11,4 %. Den größten Anstieg in der Kategorie des produzierenden Gewerbes vermeldeten die Produktgruppen „Tabakerzeugnisse“ (30,2 %), „sonstige Fertigung“ (26,7 %) und „diverse nichtmetallische Mineralprodukte“ (23,4 %). Den stärksten Rückgang gab es hingegen bei den Produktgruppen „Computer, Elektronik und optische Produkte“ (-25,6 %), „Koks und raffinierte Erdölprodukte“ (-3,7 %) sowie „Leder und verwandte Produkte“ (-3,5 %).
13. Okt. 2020

Monatsdaten im Überblick

Wirtschaftswachstum

Inflation