Arbeitsrecht in Deutschland (Leitfaden für ausländische Arbeitgeber 2026)

In diesem Beitrag werde ich alle wichtigen arbeitsrechtlichen Bestimmungen erläutern, die Sie bei der Einstellung von Mitarbeitern in Deutschland beachten müssen.

Tatsächlich vermitteln wir bei FMC Group seit 17 Jahren Mitarbeiter für andere Unternehmen und wissen, worauf es ausländischen Arbeitgebern besonders ankommt.

Ich spreche hier insbesondere von Gesetzen, die Arbeitsverhältnisse, die Einarbeitung neuer Mitarbeiter, Arbeitsverträge, Urlaub, die Lohnabrechnung und vieles mehr betreffen.

Kommen wir also ohne Umschweife zur Sache…

Bild von Stephan Dorn
Stephan Dorn

Autor

Arbeitsrecht in Deutschland 2026 – Leitfaden für ausländische Arbeitgeber
Arbeitsrecht in Deutschland 2026 – Leitfaden für ausländische Arbeitgeber

Arbeitsrecht in Deutschland (Leitfaden für ausländische Arbeitgeber 2026)

In diesem Beitrag werde ich alle wichtigen arbeitsrechtlichen Bestimmungen erläutern, die Sie bei der Einstellung von Mitarbeitern in Deutschland beachten müssen.

Tatsächlich vermitteln wir bei FMC Group seit 17 Jahren Mitarbeiter für andere Unternehmen und wissen, worauf es ausländischen Arbeitgebern besonders ankommt.

Ich spreche hier insbesondere von Gesetzen, die Arbeitsverhältnisse, die Einarbeitung neuer Mitarbeiter, Arbeitsverträge, Urlaub, die Lohnabrechnung und vieles mehr betreffen.

Kommen wir also ohne Umschweife zur Sache…

Bild von Stephan Dorn
Stephan Dorn

Autor

Inhaltsübersicht

Nehmen Sie Kontakt mit uns auf

Stephan Dorn Foto

Stephan Dorn

Geschäftsführender Gesellschafter

flagge der vereinigten staaten deutschland flagge

Überblick über das Arbeitsrecht in Deutschland

Überblick über das Arbeitsrecht in Deutschland

Warum das deutsche Arbeitsrecht stark reguliert ist

Der eigentliche Zweck des deutschen Arbeitsrechts besteht darin, ein Gleichgewicht zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern herzustellen. Diese Gesetze zielen darauf ab, den Arbeitnehmern Arbeitsplatzsicherheit und sozialen Schutz zu bieten. Die wichtigsten Gründe für die strengen Vorschriften sind der Schutz der Arbeitnehmerkultur, die Aufrechterhaltung einer starken sozialen Marktwirtschaft, die Wahrung der Tradition der Tarifverhandlungen und die Gewährleistung der Angleichung an EU-Recht.

Wichtige Rechtsquellen (BGB, KSchG, Arbeitszeitgesetz, AGG, EU-Richtlinien)

Die deutschen Arbeitsvorschriften basieren auf mehreren Rechtsrahmen, die miteinander verzahnt sind:

BGB (Bürgerliches Gesetzbuch): Bildet die Grundlage für Arbeitsverträge.

KSchG (Kündigungsschutzgesetz): Regelt, wann und wie Arbeitnehmer gekündigt werden können.

Arbeitszeitgesetz: Regelt Arbeitszeitgrenzen, Ruhezeiten, Nachtarbeit und die wöchentliche Höchstarbeitszeit.

AGG (Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz): Verbietet Diskriminierung aufgrund von Geschlecht, Alter, Religion, Behinderung, Rasse oder sexueller Orientierung.

EU-Richtlinien: Deutschland setzt auch die Arbeitsvorschriften der Europäischen Union um. Diese betreffen Arbeitszeit, Gesundheit und Sicherheit, Elternzeit sowie Gleichstellungsstandards.

Für wen dieser Leitfaden gedacht ist (Arbeitgeber, Personalabteilungen, internationale Unternehmen)

Ich habe diesen Leitfaden erstellt für: 

  • Arbeitgeber, die in Deutschland Personal einstellen
  • Personalabteilungen, die deutsche Mitarbeiter betreuen
  • Internationale Unternehmen, die nach Deutschland expandieren
  • Personalvermittler und Compliance-Teams

Das ist besonders nützlich für Unternehmen, die neu auf dem deutschen Markt sind. Lassen Sie uns also damit beginnen, die komplexen arbeitsrechtlichen Bestimmungen auf einfache und verständliche Weise zu verstehen – ohne Schnickschnack und überflüssige Erklärungen.

Das Arbeitsverhältnis in Deutschland (Rechtliche Rahmenbedingungen)

Rechtliche Rahmenbedingungen für Arbeitsverhältnisse in Deutschland

Definition: Arbeitnehmer vs. Selbstständiger

Die Einstufung der Arbeitnehmer in Deutschland ist von entscheidender Bedeutung. Eine falsche Einstufung kann zu Strafen, Nachzahlungen und Rechtsstreitigkeiten führen.

Arbeitnehmer

Ein Arbeitnehmer ist jemand, der:

  • Arbeitet unter der Leitung und Aufsicht eines Arbeitgebers
  • ist in die Organisationsstruktur des Unternehmens integriert
  • hat feste Arbeitszeiten oder einen festgelegten Arbeitsplatz
  • betreibt kein eigenständiges Unternehmen

Selbstständiger (Freiberufler)

Ein unabhängiger Auftragnehmer:

  • Arbeitet selbstständig ohne direkte Aufsicht
  • Legt seine Arbeitszeiten und Arbeitsweise selbst fest
  • Kann mit mehreren Kunden zusammenarbeiten
  • trägt das eigene Geschäftsrisiko

Beachten Sie, dass Deutschland „Scheinselbstständigkeit“.

Arbeitgeberpflichten nach deutschem Recht

Im Folgenden sind die Pflichten aufgeführt, die Arbeitgeber in Deutschland während des gesamten Beschäftigungszyklus erfüllen müssen. Zu den wichtigsten Aufgaben gehören:

  • Aushändigung eines schriftlichen Arbeitsvertrags 
  • Anmeldung von Mitarbeitern bei der Sozialversicherung 
  • Einbehaltung und Abführung von Einkommenssteuern 
  • Einhaltung der Mindestlohnvorschriften 
  • Einhaltung der Arbeitszeitvorschriften
  • Gewährleistung von Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz
  • Gewährung von gesetzlichem Urlaub

Die Rolle von Tarifverträgen und Betriebsräten

Gewerkschaftliche Vertretungsstrukturen prägen das Arbeitsumfeld in Deutschland. 

Tarifverträge

Es handelt sich um Vereinbarungen zwischen Arbeitgebern (oder Arbeitgeberverbänden) und Gewerkschaften, in denen Folgendes festgelegt wird:

  • Mindestlöhne und Lohnskalen
  • Arbeitszeiten
  • Prämien und Vergünstigungen
  • Kündigungsfristen

Diese können in vielen Branchen verbindliche Standards festlegen und einzelne Arbeitsverträge außer Kraft setzen.

Betriebsräte

Ein Betriebsrat ist ein von den Beschäftigten gewähltes Gremium innerhalb eines Unternehmens, das die Interessen der Belegschaft vertritt. Zu seinen Aufgaben gehören:

  • Mitbestimmung in Bereichen wie Arbeitszeiten, Urlaubsregelungen und Arbeitsvorschriften
  • Anhörung zu Entlassungen und Umstrukturierungsmaßnahmen
  • Gewährleistung der Einhaltung von Arbeitsgesetzen und -vereinbarungen

Mitarbeiter in Deutschland einstellen (Schritt-für-Schritt-Anleitung)

Mitarbeiter in Deutschland einstellen – Schritt für Schritt

Stellenausschreibungen und Antidiskriminierungsvorschriften (Einhaltung des AGG)

Stellenanzeigen in Deutschland müssen dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) entsprechen. Aufgrund dieser Vorschrift dürfen Arbeitgeber Bewerber nicht aufgrund persönlicher Merkmale wie Geschlecht, Alter, ethnische Herkunft, Religion, Behinderung oder sexuelle Orientierung bevorzugen oder ausschließen.

Stellenbeschreibungen sollten neutral und inklusiv sein. Die Anforderungen müssen sich auf die Stelle beziehen. Vermeiden Sie Formulierungen, die eine Bevorzugung einer bestimmten Gruppe implizieren.

Regeln für Befragungen und gesetzliche Beschränkungen

Arbeitgeber dürfen nur Fragen stellen, die in direktem Zusammenhang mit der Stelle stehen. Zulässige Themen sind Berufserfahrung, Qualifikationen, Fähigkeiten, Kompetenzen, Verfügbarkeit und Eignung. Arbeitgeber dürfen keine Fragen zu persönlichen Angelegenheiten stellen.

Risiken bei Stellenangeboten vs. Arbeitsverträgen

In Deutschland sollte klar zwischen einem Stellenangebot und einem formellen Arbeitsvertrag unterschieden werden. Ja, ein Stellenangebot kann als rechtsverbindlich angesehen werden, wenn es den allgemeinen Vertragsgrundsätzen des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) entspricht. Mein Vorschlag lautet, dass Arbeitgeber zur Minderung dieses Risikos separat einen formellen schriftlichen Arbeitsvertrag ausstellen sollten. 

Gesetzliche Anforderungen bei der Einarbeitung (Verpflichtungen gemäß dem Nachweisgesetz)

Nach der Einstellung des Bewerbers müssen Arbeitgeber die Dokumentationspflichten gemäß dem Nachweisgesetz erfüllen. Aufgrund dieses Gesetzes sind Arbeitgeber verpflichtet, wesentliche Beschäftigungsbedingungen schriftlich zu bestätigen. Dazu gehören:

  • Stellenbeschreibung und Aufgaben
  • Gehalts- und Vergütungsstruktur
  • Arbeitszeiten
  • Beginn und Vertragsdauer
  • Kündigungsfristen
  • Ansprüche auf bezahlten Urlaub

Eine zentrale Anforderung ist, dass Arbeitgeber diese Unterlagen spätestens bei Arbeitsantritt zur Verfügung stellen müssen. Nach der Reform des Nachweisgesetzes im Jahr 2025 (im Rahmen des Vierten Bürokratieabbau-Gesetzes / BEG IV, in Kraft getreten am 1. Januar 2025) ist eine handschriftliche Unterschrift nicht mehr erforderlich. Arbeitgeber können die Verpflichtung nun in Textform erfüllen – beispielsweise per E-Mail oder als PDF –, sofern der Arbeitnehmer das Dokument speichern und ausdrucken kann und den Erhalt bestätigt.

 

Arten von Arbeitsverträgen in Deutschland

Unbefristete Arbeitsverträge

Ein unbefristeter Arbeitsvertrag ist die übliche und häufigste Form des Arbeitsverhältnisses in Deutschland. Er hat kein festes Enddatum und gilt so lange, bis entweder der Arbeitgeber oder der Arbeitnehmer ihn kündigt. Dieser Vertrag bietet dank des Kündigungsschutzes eine hohe Arbeitsplatzsicherheit. Er ist die Standardoption für Arbeitgeber, wenn keine befristete Laufzeit vereinbart wurde.

Befristete Arbeitsverträge

Wie der Name schon sagt, ist ein befristeter Vertrag auf eine bestimmte Laufzeit oder einen bestimmten Zweck beschränkt. Er endet automatisch zu einem bestimmten Zeitpunkt oder mit dem Abschluss des festgelegten Projekts.

Rechtliche Rahmenbedingungen für befristete Arbeitsverträge

Befristete Arbeitsverträge müssen dem Teilzeit- und Befristungsgesetz entsprechen. Es gibt zwei Hauptszenarien:

1. Mit sachlichem Grund

Arbeitgeber können einen befristeten Arbeitsvertrag mit folgenden Gründen rechtfertigen:

  • Vorübergehende Nachfrage seitens der Unternehmen
  • Ersatz für einen anderen Mitarbeiter
  • Projektarbeit

In diesem Fall gibt es mehr Flexibilität hinsichtlich der Laufzeit und der Verlängerungen.

2. Ohne objektiven Grund

Wenn kein triftiger Grund vorliegt:

  • Der Vertrag darf nur unter strengen Auflagen genutzt werden
  • Gilt in der Regel nur für neue Mitarbeiter

Hier treten die meisten rechtlichen Risiken auf.

Maximale Laufzeit und Verlängerungsregeln

Alle befristeten Arbeitsverträge, für die kein sachlicher Grund vorliegt, haben eine maximale Laufzeit von zwei Jahren und können dreimal verlängert werden. Dies gilt, wenn der Arbeitnehmer zuvor noch nicht für das Unternehmen tätig war; jede Änderung der Vertragsbedingungen kann als neuer Vertrag gelten.

Teilzeitverträge

Im Rahmen solcher Verträge arbeiten die Beschäftigten weniger Stunden als Vollzeitbeschäftigte, genießen aber dennoch die gleichen Rechte und Leistungen. Nach deutschem Recht haben Arbeitnehmer das Recht, eine Teilzeitbeschäftigung zu beantragen. 

Minijobs und Midijobs

Es handelt sich hierbei um besondere Formen der Beschäftigung für Geringverdiener in Deutschland.

Minijobs

  • Monatliches Einkommen bis zu 603 € (Stand: Januar 2026)
  • Minimale Steuer- und Sozialversicherungsbeiträge
  • Häufig bei Studierenden oder Personen mit einem Nebeneinkommen

Teilzeitjobs

  • Einkommen innerhalb einer festgelegten „mittleren Einkommensklasse“ (über der Schwelle für Minijobs)
  • Geringere Sozialversicherungsbeiträge im Vergleich zu einer regulären Beschäftigung

Freiberufler und Risiken durch falsche Einstufung

In Deutschland können Sie Freiberufler beauftragen, doch die Behörden überwachen die Einstufung der Arbeitnehmer streng. Ein Freiberufler ist selbstständig tätig, nicht in die Unternehmensstruktur eingebunden und arbeitet ohne direkte Weisungsbefugnis. Wenn sich ein Freiberufler also wie ein Arbeitnehmer verhält, kann es sich um Scheinselbstständigkeit handeln (Scheinselbstständigkeit).

Anforderungen an Arbeitsverträge in Deutschland

Obligatorische Vertragsbestandteile (Checkliste zur Einhaltung gesetzlicher Vorschriften)

Die genauen Anforderungen sind in verschiedenen Gesetzen, darunter dem Bürgerlichen Gesetzbuch, geregelt, doch gelten die folgenden Punkte als wesentlich:

  • Angaben zu Arbeitgeber und Arbeitnehmer (Namen und Adressen)
  • Eintrittsdatum
  • Stellenbezeichnung und Aufgabenbeschreibung
  • Arbeitsort (oder Angaben zu Homeoffice/flexibler Arbeitszeit)
  • Gehalts- und Vergütungsstruktur (einschließlich etwaiger Prämien)
  • Arbeitszeiten und Erwartungen hinsichtlich der Arbeitsplanung
  • Anspruch auf bezahlten Urlaub
  • Kündigungsfristen
  • Verweis auf geltende Tarifverträge (falls vorhanden)

Nachweispflicht (Nachweisgesetz)

Nach dem Nachweisgesetz müssen Arbeitgeber ihren Arbeitnehmern einen schriftlichen Nachweis über die wesentlichen Arbeitsbedingungen aushändigen. Wie oben erwähnt, müssen Arbeitgeber diese Unterlagen spätestens bei Arbeitsantritt vorlegen. Seit dem 1. Januar 2025 ist eine physische (handschriftliche) Unterschrift nicht mehr erforderlich – eine Dokumentation in Textform (z. B. per E-Mail oder als PDF mit Empfangsbestätigung) ist rechtlich ausreichend.

Häufige riskante Klauseln, die Arbeitgeber vermeiden sollten

Bestimmte Kontaktklauseln können rechtliche Probleme verursachen. Zu den häufigsten Risiken zählen: 

  • Unklare Stellenbeschreibungen
    → können die Möglichkeiten des Arbeitgebers zur Zuweisung von Aufgaben einschränken
  • Unklare Gehalts- oder Bonusstrukturen
    → Kann zu Streitigkeiten über Zahlungsverpflichtungen führen
  • Übermäßig strenge Wettbewerbsverbotsklauseln
    → Können ungültig sein, sofern keine Entschädigung gewährt wird
  • Nicht durchsetzbare Überstundenklauseln
    → Pauschale Aussagen wie „Überstunden sind im Gehalt enthalten“ sind möglicherweise nicht rechtswirksam
  • Unzulässige Formulierung eines befristeten Arbeitsvertrags
    → Kann versehentlich einen befristeten Vertrag in einen unbefristeten umwandeln

Regelungen zur Probezeit (bis zu 6 Monate)

Arbeitsverträge in Deutschland sehen häufig eine Probezeit vor. Die wichtigsten Regelungen für diese Probezeit lauten wie folgt:

  • Maximale Probezeit = 6 Monate
  • In diesem Zeitraum gilt eine kürzere Kündigungsfrist (in der Regel zwei Wochen)
  • Möglicherweise gelten die Kündigungsschutzbestimmungen noch nicht (abhängig von der Unternehmensgröße und der Dauer des Arbeitsverhältnisses)

Arbeitszeit- und Überstundenregelungen

Arbeitszeit- und Überstundenregelungen

Maximale Arbeitszeit (tägliche und wöchentliche Obergrenzen)

Das wichtigste Gesetz, das die Arbeitszeiten und Überstunden regelt, ist das Arbeitszeitgesetz. Das deutsche Recht legt klare Grenzen fest, wie lange Arbeitnehmer arbeiten dürfen.

  • Standard-Höchstwert = 8 Stunden pro Tag
  • Kann auf 10 Stunden pro Tag verlängert werden

Diese Verlängerung auf zehn Stunden ist zulässig, wenn die durchschnittliche Arbeitszeit über einen Zeitraum von sechs Monaten (oder 24 Wochen) acht Stunden pro Tag nicht überschreitet. In der Praxis:

  • Übliche Arbeitswoche = 40 Stunden (5 Tage × 8 Stunden)
  • Maximal möglich (befristet) = 50 Stunden pro Woche

Ruhezeiten und Pausenregelungen

Die Mitarbeiter können während des Arbeitstages Ruhe- und Pausenzeiten in Anspruch nehmen:

  • 30 Minuten Pause bei Arbeitstagen von 6–9 Stunden
  • 45 Minuten Pause bei Arbeitstagen von mehr als 9 Stunden

Pausen müssen:

  • Aufgenommen während der Arbeitszeit (nicht zu Beginn oder am Ende)
  • Bei Aufteilung in Abschnitte von mindestens 15 Minuten

Die Mindestruhezeit zwischen Arbeitstagen beträgt 11 aufeinanderfolgende Stunden zwischen den Schichten. Wenn ein Mitarbeiter beispielsweise um 20 Uhr Feierabend hat, darf die nächste Schicht nicht vor 7 Uhr am nächsten Tag beginnen.

Beschränkungen an Sonn- und Feiertagen

In Deutschland gelten sehr strenge Vorschriften für die Arbeit an Sonntagen und Feiertagen. Die Arbeit an Sonntagen ist grundsätzlich verboten, und Feiertage werden ähnlich behandelt. Ausnahmen gelten für das Gesundheitswesen, das Gastgewerbe, die Rettungsdienste und den Verkehrssektor. Wenn Arbeitnehmer an einem Sonntag arbeiten, muss ihnen ein Ausgleichstag gewährt werden (in der Regel innerhalb von zwei Wochen).

Regelungen zu Überstunden und Vergütungsstruktur

Überstunden sind in Deutschland zulässig, aber sie sind nicht automatisch unentgeltlich oder unbegrenzt.

Wann Überstunden vergütet werden müssen

Arbeitgeber müssen zahlen, wenn Überstunden über die vereinbarte Arbeitszeit hinausgehen. In Deutschland gilt dies in der Regel, wenn:

  • Der Arbeitsvertrag enthält keine gültige Überstundenregelung
  • Der Mitarbeiter leistet klar festgelegte Überstunden, die über die reguläre Arbeitszeit hinausgehen
  • Die Überstunden werden vom Arbeitgeber ausdrücklich angeordnet oder genehmigt

In diesen Fällen erhalten die Mitarbeiter eine Überstundenvergütung entweder in Form von zusätzlichem Entgelt oder als Zeitausgleich (Ausgleichsurlaub).

Wann Überstunden im Gehalt berücksichtigt werden können

Überstunden können im Gehalt berücksichtigt werden, wenn:

  • Im Vertrag ist eindeutig festgelegt, dass eine bestimmte, begrenzte Anzahl von Überstunden inbegriffen ist
  • Der Mitarbeiter bekleidet eine höhere oder leitende Position, die ihm mehr Flexibilität bietet
  • Die Gesamtvergütung wird angesichts des Arbeitsaufwands als angemessen angesehen

Vorschriften zu Mindestlohn und Gehalt

Vorschriften zu Mindestlohn und Gehalt

Gesetzlicher Mindestlohn in Deutschland (aktuelle Angaben)

Deutschland verfügt über ein strukturiertes Lohnsystem, das einen gesetzlichen Mindestlohn, Branchentarifverträge und Antidiskriminierungsgesetze miteinander verbindet. 

Seit Januar 2026 beträgt der gesetzliche Mindestlohn 13,90 € pro Stunde (brutto). Dieser Mindestlohn gilt für Vollzeit-, Teilzeit- und Minijob-Beschäftigte sowie für ausländische Arbeitnehmer. Ausgenommen sind Auszubildende und Personen unter 18 Jahren ohne Berufsausbildung.

 

Branchenspezifische Tarifverträge

Zusätzlich zum gesetzlichen Mindestlohn gelten in vielen Branchen in Deutschland Tarifverträge. Diese Vereinbarungen werden häufig festgelegt:

  • Höhere Mindestlöhne als gesetzlich vorgeschrieben
  • Standardgehaltsspannen je nach Position und Berufserfahrung
  • Zusatzleistungen (Prämien, Urlaubsgeld usw.)

Beispielsweise gelten in den Bereichen Bauwesen, Gesundheitswesen und Logistik Tarifverträge.

Gesetz über gleiche Bezahlung und Transparenz (AGG + EntgTranspG)

Deutschland setzt die Lohngleichheit durch zwei wichtige Gesetze durch:

1. Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz

(AGG)

Dieses Gesetz gewährleistet, dass Arbeitnehmer bei der Vergütung nicht diskriminiert werden aufgrund von:

  • Geschlecht
  • Alter
  • Ethnische Zugehörigkeit
  • Religion
  • Behinderung
  • Sexuelle Orientierung

2. Gesetz zur Entgelttransparenz

(EntgTranspG)

Dieses Gesetz befasst sich speziell mit Lohntransparenz und der Lohngleichheit zwischen den Geschlechtern.

Zu den wichtigsten Rechten gehören:

  • Mitarbeiter in größeren Unternehmen können Informationen über die Gehaltsstrukturen anfordern
  • Arbeitgeber müssen sicherstellen, dass Lohnunterschiede gerechtfertigt und nicht diskriminierend sind

Sozialleistungen und gesetzliche Urlaubsansprüche

Sozialleistungen und gesetzliche Urlaubsansprüche

Anspruch auf bezahlten Urlaub (Mindestanspruch + marktübliche Praxis)

Das Bundesurlaubsgesetz regelt den bezahlten Jahresurlaub. 

 

  • Gesetzlicher Mindestanspruch = 20 Tage pro Jahr (bei einer 5-Tage-Woche)  
  • Entspricht 4 Wochen bezahltem Urlaub pro Jahr
  • Die meisten Arbeitgeber bieten 25 bis 30 Tage an, um wettbewerbsfähig zu bleiben

Bitte beachten Sie, dass Arbeitgeber den Urlaub als Freizeit gewähren müssen (er kann nicht durch eine Barauszahlung ersetzt werden). In der Regel verfällt nicht genommener Urlaub zum Ende des Kalenderjahres. Eine Übertragung auf den 31. März des folgenden Jahres ist nur zulässig, wenn dringende betriebliche oder persönliche Gründe vorliegen (z. B. Krankheit oder dringende geschäftliche Erfordernisse). Wichtig ist, dass Arbeitgeber ihre Arbeitnehmer proaktiv schriftlich über das Verfallsrisiko informieren müssen – andernfalls verfällt der Urlaubsanspruch nicht automatisch (gemäß der Rechtsprechung des EuGH und des BAG).

Krankheitstage und Pflichten des Arbeitgebers

Krankheitstage sind in Deutschland ein gesetzlich geschütztes Recht. Die wichtigsten Pflichten des Arbeitgebers:

  • Zahlung von 100 % des Gehalts für bis zu 6 Wochen pro Krankheitsfall  
  • Nach 6 Wochen übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung (teilweise)  

Die Mitarbeiter müssen unverzüglich informiert werden und nach drei bis vier Tagen ein ärztliches Attest vorlegen.

Feiertage in Deutschland

Feiertage sind vom Jahresurlaub getrennt und gelten ebenfalls als bezahlte freie Tage. Wenn Arbeitnehmer an diesen Tagen arbeiten, müssen sie einen Ausgleichsurlaub oder eine zusätzliche Vergütung erhalten. Die Anzahl der Feiertage variiert je nach Bundesland. In der Regel liegen sie jedoch zwischen 10 und 13 Tagen pro Jahr.  

Mutterschafts- und Elternurlaub

Deutschland bietet Eltern durch Regelungen zum Mutterschafts- und Elternurlaub umfassenden Schutz.

Vorschriften zum Mutterschutz

Der Mutterschaftsurlaub unterliegt strengen Schutzbestimmungen.

Gesamtdauer = 14 Wochen (6 Wochen vor der Geburt und 8 Wochen nach der Geburt)

Wichtigste Schutzmaßnahmen:

  • Weiterzahlung des vollen oder fast vollen Gehalts
  • Absoluter Kündigungsschutz während dieses Zeitraums
  • Die Arbeitnehmerin darf nach der Entbindung nicht arbeiten (vorgeschriebene Ruhezeit)

Dauer und Ansprüche bei Elternzeit

Die Elternzeit bietet eine längere Auszeit zur Kinderbetreuung.

  • Bis zu 3 Jahre pro Elternteil und Kind  
  • Der Arbeitsplatz ist während dieses Zeitraums gesichert

Wichtigste Merkmale:

  • Kann von beiden Elternteilen in Anspruch genommen werden
  • Kann in mehrere Zeiträume unterteilt werden
  • kann bis zum 8. Geburtstag des Kindes verlängert werden

Die Elternzeit wird vom Arbeitgeber in der Regel nicht vergütet. Die Arbeitnehmer können jedoch staatliches Elterngeld beziehen.

Das Sozialversicherungssystem in Deutschland (Aufschlüsselung der Arbeitgeberkosten)

Sozialversicherungssystem in Deutschland – Aufschlüsselung der Arbeitgeberkosten

Rentenversicherungsbeiträge

Die Beiträge werden als Prozentsatz des Bruttogehalts berechnet, wobei die Rentenversicherung einen der größten Posten darstellt.

  • Gesamtbeitrag = 18,6 % des Bruttogehalts
  • Arbeitgeberanteil = 9,3 %

Krankenkassenbeiträge

Für die meisten Arbeitnehmer in Deutschland besteht Krankenversicherungspflicht.

  • Basiszinssatz = 14,6 %
  • Durchschnittlicher Zusatzbeitrag = ~2,9 %
  • Insgesamt ≈ 17,5 %

Arbeitgeberanteil: Etwa 8,6 %–8,8 %, je nach Versicherer. Dieser deckt ärztliche Behandlung, Krankenhausversorgung und Krankengeld ab. 

Arbeitslosigkeitsversicherung

Dies bietet eine Einkommensunterstützung, falls ein Arbeitnehmer seinen Arbeitsplatz verliert.

  • Gesamtbeitrag = 2,6 %
  • Arbeitgeberanteil = 1,3 %

Langzeitpflegeversicherung

Dies umfasst die Betreuung von Personen, die aufgrund ihres Alters oder einer Krankheit nicht für sich selbst sorgen können.

  • Gesamtbeitrag = ~3,6 %
  • Arbeitgeberanteil = ~1,8 %

Gesamtkosten für den Arbeitgeber bei der Einstellung eines Mitarbeiters

Wenn man alle Pflichtbeiträge zusammenrechnet:

Aufschlüsselung der Arbeitgeberbeiträge (ca.)

  • Rente: 9,3 %
  • Gesundheit: ~8,6 %
  • Arbeitslosigkeit: 1,3 %
  • Langzeitpflege: 1,8 %

Gesamtbetrag der Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung = ca. 20 % bis 22 % des Bruttogehalts.

Darüber hinaus müssen Arbeitgeber auch separat eine Unfallversicherung abschließen.

Beendigung des Arbeitsverhältnisses in Deutschland

Beendigung des Arbeitsverhältnisses in Deutschland

Rechtliche Gründe für eine Kündigung

Der rechtliche Rahmen stützt sich in erster Linie auf das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) und das Kündigungsschutzgesetz (KSchG). Eine Kündigung muss begründet sein, und es gibt drei wesentliche, rechtlich anerkannte Gründe:

1. Verhaltensbezogen

  • Fehlverhalten (z. B. Diebstahl, Betrug, wiederholtes Zuspätkommen)
  • Verstoß gegen die Unternehmensrichtlinien

2. Persönliche Gründe

  • Langzeiterkrankung
  • Unfähigkeit, die beruflichen Aufgaben zu erfüllen

3. Geschäftliche/wirtschaftliche Gründe

  • Unternehmensumstrukturierung
  • Entlassung oder Streichung einer Stelle

Kündigungsfristen nach Beschäftigungsdauer (Tabellenformat empfohlen)

Die Kündigungsfristen in Deutschland verlängern sich mit der Betriebszugehörigkeit des Arbeitnehmers (bei einer Kündigung durch den Arbeitgeber).

Gesetzliche Kündigungsfristen (Arbeitgeber)

 

Dauer des Dienstes

Kündigungsfrist

Während der Probezeit (≤ 6 Monate)

2 Wochen

< 2 years

4 Wochen (bis zum 15. oder bis zum Monatsende)

2 Jahre

1 Monat (Monatsende)

5 Jahre

2 Monate

8 Jahre

3 Monate

10 Jahre

4 Monate

12 Jahre

5 Monate

15 Jahre

6 Monate

20 Jahre

7 Monate

 

Regelungen zur Kündigung während der Probezeit

Während der Probezeit:

  • Maximale Dauer = 6 Monate
  • Kündigungsfrist = 2 Wochen
  • In den meisten Fällen ist keine besondere Begründung erforderlich

Kündigungsschutz (KSchG)

Das Kündigungsschutzgesetz (KSchG) bietet Arbeitnehmern einen umfassenden Schutz.

Dies gilt, wenn:

  • Das Unternehmen beschäftigt mehr als 10 Mitarbeiter
  • Der Mitarbeiter ist seit mehr als 6 Monaten beschäftigt

Wenn eine Kündigung zulässig ist, muss sie sozial gerechtfertigt sein, und der Arbeitgeber muss stichhaltige rechtliche Gründe nachweisen.

Regelungen zur Abfindung und Verhandlungspraxis

In Deutschland besteht kein automatischer Anspruch auf eine Abfindung (Abfindung). In der Praxis ist sie jedoch üblich. Wann wird eine Abfindung gezahlt:

  • Einvernehmliche Aufhebungsverträge
  • Fälle von Entlassungen
  • Beilegung von Rechtsstreitigkeiten

Typische Formulierung (Praxis, nicht Gesetz):

  • 0,5 Monatsgehälter × Dienstjahre

Betriebsräte und Arbeitnehmervertretung

Betriebsräte und Arbeitnehmervertretung

Wann ein Betriebsrat erforderlich ist

Das wichtigste Gremium für die Arbeitnehmervertretung auf Unternehmensebene ist der Betriebsrat, der dem Betriebsverfassungsgesetz unterliegt.

Ein weit verbreiteter Irrtum ist, dass Betriebsräte vorgeschrieben sind; ein Betriebsrat kann jedoch gegründet werden, wenn ein Unternehmen mindestens fünf Beschäftigte hat und mindestens drei davon wahlberechtigt sind. 

 

Die Arbeitnehmer müssen den Prozess selbst einleiten und darüber entscheiden. Die Arbeitnehmer können die Gründung nicht verhindern oder beeinträchtigen.

Mitbestimmungsrechte bei Personalentscheidungen

Betriebsräte verfügen über unterschiedliche Befugnisse, wobei die Mitbestimmung die wichtigste ist. In bestimmten Bereichen benötigen Arbeitgeber die Zustimmung des Betriebsrats. Zu den wichtigsten Bereichen gehören:

  • Arbeitszeiten und Dienstpläne
  • Regelungen zur Überstundenvergütung
  • Urlaubsregeln
  • Richtlinien am Arbeitsplatz und Verhalten der Mitarbeiter
  • Einführung von Überwachungssystemen oder HR-Tools

Beschränkungen bei Einstellungen, Entlassungen und Umstrukturierungen

Hier nehmen Betriebsräte direkten Einfluss auf den Geschäftsbetrieb.

Einstellung

In Unternehmen mit mehr als 20 Beschäftigtenmuss der Betriebsrat:

  • Informiert und angehört werden
  • In einigen Fällen müssen neue Mitarbeiter genehmigt werden  

Terminierung

Der Arbeitgeber muss vor einer Kündigung den Betriebsrat anhören. Andernfalls kann die Kündigung rechtlich unwirksam sein. Selbst wenn der Kündigungsgrund berechtigt ist, stellt das Überspringen dieses Schritts ein automatisches Risiko dar.

Umstrukturierung

Bei größeren betrieblichen Veränderungen (z. B. Entlassungen, Umstrukturierungen):

Der Arbeitgeber muss:

  • Wenden Sie sich an den Betriebsrat
  • Eine „Interessenabstimmung“ aushandeln (wie die Änderungen umgesetzt werden sollen)
  • Erstellen Sie einen Sozialplan (Maßnahmen zum Schutz der Beschäftigten)  

Wirtschaftsausschüsse und Pflichten der Arbeitgeber

In größeren Unternehmen kommt eine zusätzliche Struktur zum Tragen. Bei Bedarf müssen Unternehmen mit mehr als 100 Beschäftigten einen Wirtschaftsausschuss einrichten. Dieser fungiert als Bindeglied zwischen der Geschäftsleitung und den Betriebsräten und befasst sich mit betrieblichen und finanziellen Angelegenheiten wie der Unternehmensleistung, Investitionsplänen und Umstrukturierungsstrategien.

Die Einstellung ausländischer Arbeitnehmer in Deutschland

Die Einstellung ausländischer Arbeitnehmer in Deutschland

Einstellungsvorschriften für EU-Bürger und Nicht-EU-Bürger

In Deutschland gelten je nach Staatsangehörigkeit des Bewerbers unterschiedliche Regelungen. Für Bürger aus der EU, dem EWR und der Schweiz ist keine Arbeitserlaubnis erforderlich. Sie können hier frei leben und arbeiten. Einfach ausgedrückt ist die Einstellung von Bewerbern aus der EU fast genauso wie die Einstellung von deutschen Mitarbeitern.

Für die Einstellung von Nicht-EU-Bürgern sind eine Arbeitserlaubnis und eine Aufenthaltsgenehmigung erforderlich. In vielen Fällen muss die Stelle zudem bestimmte Qualifikations- und Gehaltsanforderungen erfüllen.

Arbeitserlaubnisse und Visabestimmungen

Mitarbeiter aus Nicht-EU-Ländern benötigen vor der Einreise nach Deutschland ein nationales Arbeitsvisum sowie eine Aufenthaltserlaubnis. 

Allgemeiner Ablauf:

  1. Der Arbeitgeber unterbreitet ein Stellenangebot/Arbeitsvertrag
  2. Ein Arbeitnehmer beantragt ein Arbeitsvisum bei einer deutschen Botschaft
  3. Nach der Ankunft → wird umgewandelt in eine Aufenthaltserlaubnis zur Ausübung einer Erwerbstätigkeit

Zu den wichtigsten Anforderungen gehören:

  • Anerkannte Qualifikationen (in vielen Fällen)
  • Auf die Fähigkeiten abgestimmte Stelle
  • Gehalt, das die Mindestanforderungen erfüllt
  • Krankenversicherungsschutz

Überblick über die EU-Blue-Card

Die EU-Blue-Card ist eine besondere Aufenthaltsgenehmigung, die für hochqualifizierte Arbeitskräfte aus Nicht-EU-Ländern bestimmt ist. 

Wichtigste Anforderungen:

  • Ein gültiges Stellenangebot in Deutschland
  • Anerkannter Abschluss (Hochschulabschluss oder gleichwertiger Abschluss)
  • Mindestlohnschwelle

Stand: 2026:

  • Standard-Gehaltsgrenze ≈ 50.700 €/Jahr
  • Reduzierter Schwellenwert (Mangelberufe) ≈ 45.934 €/Jahr  

Weitere Kriterien sind:

  • Die Beschäftigung muss den Qualifikationen entsprechen
  • Der Vertrag muss eine Laufzeit von mindestens 6 Monate

Verpflichtungen des Arbeitgebers zur Einhaltung der Vorschriften

Arbeitgeber spielen eine entscheidende Rolle bei der Einhaltung der Einwanderungsvorschriften. Zu ihren wichtigsten Aufgaben gehören: die Bereitstellung eines gültigen und vorschriftsmäßigen Arbeitsvertrag.

  • Sicherstellen, dass das Gehalt Visums- und gesetzlichen Mindestanforderungen
  • Überprüfung, ob der Bewerber über eine gültige Arbeitserlaubnis und anerkannte Qualifikationen verfügt (falls erforderlich)

Auftragnehmer vs. Arbeitnehmer in Deutschland (Risiko einer falschen Einstufung)

Auftragnehmer vs. Arbeitnehmer in Deutschland – Risiko einer falschen Einstufung

Was macht echte Selbstständigkeit aus?

Ein wirklich selbstständiger Auftragnehmer arbeitet unabhängig und führt sein eigenes Unternehmen. Zu den wesentlichen Merkmalen gehören:

  • Arbeiten ohne direkte Aufsicht oder Kontrolle
  • Entscheidet wie, wann und wo die Arbeit erledigt wird
  • Hat mehrere Kunden (nicht von einem einzigen Unternehmen abhängig)
  • Bären unternehmerisches Risiko (z. B. Einkommensunsicherheit, eigene Ausgaben)
  • Können ihre eigenen Preise und Konditionen festlegen

Risiken der Scheinselbstständigkeit

In Deutschland wird der Begriff „Scheinselbstständigkeit“ für eine falsche Einstufung verwendet. Dies ist der Fall, wenn:

  • Ein Auftragnehmer gilt offiziell als „selbstständig“.
  • In Wirklichkeit funktioniert es aber wie bei einem Angestellten

Die Behörden berücksichtigen Faktoren wie:

  • Eingliederung in das Unternehmen (Team, Arbeitsmittel, Struktur)
  • Befolgung der Anweisungen des Arbeitgebers
  • Feste Arbeitszeiten
  • Abhängigkeit von einem einzigen Kunden für den Großteil der Einnahmen
  • Mangelnde wirtschaftliche Unabhängigkeit

Wann sollte man Auftragnehmer statt Festangestellte einstellen?

Die Wahl des richtigen Modells ist entscheidend.

Beauftragen Sie einen Handwerker, wenn:

  • Die Arbeit ist projektbezogen oder befristet
  • Die Person arbeitet selbstständig
  • Sie haben mehrere Kunden
  • Du hast keinen Einfluss auf ihren Zeitplan oder ihre Vorgehensweise

Stellen Sie einen Mitarbeiter ein, wenn:

  • Die Stelle ist langfristig und unbefristet
  • Die Person arbeitet unter Ihrer Leitung
  • Sie sind in Ihr Team integriert
  • Sie legen Arbeitszeiten, Werkzeuge und Abläufe fest

„Red Flag“-Szenario (hohes Risiko)

  • Vollzeit-„Freiberufler“
  • Gilt nur für Ihr Unternehmen
  • Hat feste Öffnungszeiten und einen Geschäftsführer
  • Nutzt die Unternehmenssysteme wie ein Mitarbeiter

Dies ist der klassische Fehlklassifizierung in Deutschland.

Compliance-Risiken und Sanktionen für Arbeitgeber

Compliance-Risiken und Sanktionen für Arbeitgeber 2

Geldstrafen und Prüfungen

Die deutschen Behörden überwachen die Einhaltung der Arbeitsvorschriften durch Steuerprüfungen, Sozialversicherungsinspektionen und Zolluntersuchungen. Werden Verstöße festgestellt, drohen den Arbeitgebern:

  • Verwaltungsstrafen in Höhe von 30.000 € bis 50.000 € in vielen Fällen
  • Schwerwiegende Verstöße (z. B. Verstöße gegen den Mindestlohn) können zu Geldstrafen von bis zu 500.000 €

In schwerwiegenderen Fällen können die Behörden Straftäter strafrechtlich verfolgen; die Strafen können Geldbußen oder Freiheitsstrafen umfassen.

Nachzahlungen zur Sozialversicherung

Eines der größten finanziellen Risiken entsteht durch nicht oder falsch gezahlte Sozialabgaben. Wird ein Verstoß festgestellt, muss der Arbeitgeber sowohl den Arbeitgeber- als auch den Arbeitnehmeranteil nachzahlen und muss unter Umständen mit Verzugszinsen oder Nachforderungen rechnen. Bei einer falschen Einstufung, z. B. bei einer fiktiven Selbstständigkeit, können die Behörden bis zu vier Jahre zurückgehen. 

Rechtsstreitigkeiten und Risiken im Zusammenhang mit unrechtmäßigen Kündigungen

Aufgrund der deutschen Arbeitsschutzvorschriften sind Rechtsstreitigkeiten ein häufiges Risiko. Wenn ein Arbeitnehmer eine Kündigung anficht, kann er innerhalb von drei Wochen Klage einreichen. 

Reputationsrisiken für globale Unternehmen

Abgesehen von finanziellen und rechtlichen Sanktionen kann die Nichteinhaltung von Vorschriften dem Ruf eines Unternehmens schaden. Zu den Risiken zählen:

  • Behördliche Ermittlungen wegen illegaler Beschäftigung oder Steuerverstößen
  • Vertrauensverlust bei Mitarbeitern und Bewerbern
  • Schwierigkeiten bei der Gewinnung von Fachkräften auf einem regulierten Arbeitsmarkt
  • Mögliche Auswirkungen auf Partnerschaften und die Geschäftsausweitung

Checkliste für Arbeitgeber zur Personalbeschaffung in Deutschland

Nutzen Sie diese Checkliste, um bei der Einstellung und Führung von Mitarbeitern in Deutschland die vollständige Einhaltung der Vorschriften sicherzustellen – von der Vorbereitungsphase bis hin zu den laufenden Verpflichtungen während des Arbeitsverhältnisses.

Checkliste zur Einhaltung der Vorschriften vor der Einstellung

☐ Definieren Sie die Rolle korrekt (Angestellter vs. Auftragnehmer), um eine falsche Einstufung zu vermeiden

☐ Sicherstellen, dass die Stellenbeschreibung nicht diskriminierend ist (im Einklang mit dem AGG)

☐ Überprüfen, ob das Gehalt dem Mindestlohn und den Branchenstandards entspricht

☐ Prüfen Sie, ob ein Tarifvertrag gilt

☐ Arbeitserlaubnis prüfen (Bewerber aus der EU vs. Bewerber aus Nicht-EU-Ländern)

☐ Bei Nicht-EU-Bürgern: Bitte bestätigen Sie die Berechtigung zum Erhalt eines Visums/einer Arbeitserlaubnis (z. B. EU-Blue-Card)

☐ Erstellen Sie ein klares und rechtskonformes Stellenangebot

☐ Den Bewerbungsprozess an gesetzliche Vorgaben anpassen (keine persönlichen/diskriminierenden Fragen)

Checkliste für Verträge

☐ Einen schriftlichen Arbeitsvertrag aufsetzen (gesetzlich vorgeschrieben)

☐ Alle Schlüsselbegriffe angeben:

☐ Berufsbezeichnung und Aufgabenbereich

☐ Startdatum

☐ Gehalt und Zahlungsbedingungen

☐ Arbeitszeiten

☐ Urlaubsanspruch

☐ Kündigungsfrist

☐ Probezeit klar festlegen (max. 6 Monate)

☐ Sicherstellen, dass befristete Arbeitsverträge den gesetzlichen Fristen entsprechen (sofern zutreffend)

☐ Vermeiden Sie unwirksame Klauseln (z. B. vage Formulierungen zu Überstunden, weit gefasste Wettbewerbsverbote)

☐ Legen Sie die gemäß dem Nachweisgesetz erforderlichen schriftlichen Unterlagen vor

Checkliste für die Anmeldung bei der Lohnbuchhaltung und beim Finanzamt

☐ Mitarbeiter bei der Sozialversicherung anmelden

☐ Einrichten der Lohnsteuerabzüge

☐ Mitarbeiter anmelden für:

☐ Krankenversicherung

☐ Rentenversicherung

☐ Arbeitslosenversicherung

☐ Pflegeversicherung

☐ Arbeitgeberbeiträge berechnen (~20–22 % zusätzlich zum Gehalt)

☐ Bei den zuständigen Steuerbehörden registrieren

☐ Einrichtung eines vorschriftsmäßigen Lohnabrechnungssystems

☐ Sicherstellung der Einhaltung des Mindestlohns und ordnungsgemäßer Lohnabrechnungen

Checkliste zur laufenden Compliance

☐ Arbeitszeiten erfassen und gesetzliche Obergrenzen einhalten

☐ Für angemessene Pausen und Ruhezeiten sorgen

☐ Bezahlten Urlaub und Feiertage korrekt verwalten

☐ Abwicklung von Krankengeldzahlungen (bis zu 6 Wochen bei vollem Lohn)

☐ Die Vorschriften zum Mutterschutz und zur Elternzeit einhalten

☐ Die korrekten Kündigungsfristen und -verfahren anwenden

☐ Bei Personalentscheidungen den Betriebsrat (falls vorhanden) konsultieren

☐ Die Einstufung des Beschäftigungsverhältnisses (Angestellter vs. Auftragnehmer) regelmäßig überprüfen

☐ Ordnungsgemäße Dokumentation und Aufzeichnungen führen

☐ Bleiben Sie über Änderungen beim Mindestlohn und gesetzliche Neuerungen auf dem Laufenden

Häufig gestellte Fragen zum deutschen Arbeitsrecht

Ist die Probezeit in Deutschland obligatorisch?

Nein, eine Probezeit ist in Deutschland gesetzlich nicht vorgeschrieben. Sie wird jedoch üblicherweise in Arbeitsverträgen vereinbart. 

Können Arbeitgeber in Deutschland Mitarbeiter problemlos entlassen?

Nein. Die Kündigung ist in Deutschland streng geregelt und nicht „nach Belieben“ möglich. Arbeitgeber müssen einen rechtlich gültigen Grund vorweisen.

Wie hoch sind die durchschnittlichen Einstellungskosten in Deutschland?

 Die Gesamtkosten für die Einstellung eines Mitarbeiters liegen aufgrund der obligatorischen Arbeitgeberbeiträge über dem Bruttogehalt. So müssen Arbeitgeber beispielsweise 20 bis 22 % des Bruttogehalts als Sozialversicherungsbeiträge abführen.

Können Ausländer ohne Visum arbeiten?

Das hängt von der Staatsangehörigkeit ab. Bürger aus der EU, dem EWR und der Schweiz benötigen kein Visum, während Nicht-EU-Bürger ein Arbeitsvisum, eine Aufenthaltsgenehmigung oder eine Blaue Karte benötigen.

Müssen Überstunden bezahlt werden?

Überstunden müssen angemessen vergütet, die Regelungen hängen jedoch vom jeweiligen Vertrag ab. Die Vergütung umfasste einen Zuschlag oder einen Zeitausgleich (Ausgleichsurlaub).

Benötigen Sie Hilfe bei der Einstellung von Mitarbeitern in Deutschland?

Seien wir ehrlich: Die Einstellung von Mitarbeitern in Deutschland ist keine einfache Angelegenheit. Das Arbeitsrecht ist sehr detailliert und die lohnbezogenen Verpflichtungen sind streng. Wenn man bei der Einstufung von Mitarbeitern einen Fehler macht, kann das schnell zu Nachzahlungen, Bußgeldern oder Schlimmerem führen. Selbst Unternehmen mit starken Personalabteilungen können davon überrascht werden.

Hier kommen wir ins Spiel. Seit über 17 Jahren FMC Group internationale Unternehmen FMC Group , in Deutschland auf die richtige Art und Weise Personal einzustellen – ganz ohne Kopfzerbrechen. Wir kümmern uns um rechtskonforme Verträge, die Lohnabrechnung und die tägliche Personalverwaltung, damit Sie sich ganz auf Ihr Kerngeschäft konzentrieren können.

Möchten Sie wissen, wie das funktioniert? Erfahren Sie mehr über Employer of Record FMC Groupin Deutschland.

Nehmen Sie Kontakt mit Stephan auf

Wir freuen uns darauf, von Ihnen zu hören