AUG-Lizenz Deutschland: Was zu beachten ist
Bei der Einstellung in Deutschland durch einen EOR

Planen Sie die Einstellung von Arbeitnehmern in Deutschland über eine EOR? Wenn ja, müssen Sie unbedingt die besonderen Vorschriften des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes beachten und einen Anbieter auswählen, der über eine gültige AUG-Lizenz verfügt.

Was ist AUG

AUG (oder korrekt AÜG) ist die Abkürzung für das deutsche Wort "Arbeitnehmerüberlassungsgesetz". Es regelt die Überlassung von Arbeitnehmern von einem Unternehmen (dem EOR ) an ein anderes Unternehmen (den Kunden). Hauptziel des Gesetzes ist es, die Rechte der Leiharbeitnehmer zu schützen und faire Arbeitsbedingungen zu gewährleisten.

Zu den wichtigsten Bestimmungen des AUG gehören:

Inhaltsübersicht

Die AUG-Lizenz

In §1 des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes ist festgelegt, dass die Überlassung von Arbeitnehmern im Rahmen einer gewerblichen Tätigkeit erlaubnispflichtig ist. Das heißt, ein EOR muss eine sogenannte AUG-Erlaubnis besitzen. Dies gilt auch für Anbieter mit Sitz im Ausland. Die Erlaubnis wird von der Bundesagentur für Arbeit erteilt.

Wenn ein EOR ohne Genehmigung arbeitet, sind die mit den Zeitarbeitnehmern und den Kundenunternehmen geschlossenen Verträge ungültig, und es entsteht automatisch ein Arbeitsverhältnis zwischen dem Kunden und dem Arbeitnehmer.

Verstöße gegen die AUG-Vorschriften können schwerwiegende Strafen nach sich ziehen, darunter Geldbußen von bis zu 500.000 Euro und Strafanzeigen.

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Herr Stephan Dorn

Geschäftsführender Gesellschafter
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Welche Folgen hat das AUG für die Nutzung eines EOR in Deutschland?

Die Einstellung von Arbeitnehmern in Deutschland über eine EOR ist legal, aber es müssen bestimmte Regeln beachtet werden:

Die 18-Monats-Verordnung

Leiharbeitnehmer können nach deutschem Recht maximal 18 Monate lang an denselben Kunden überlassen werden. Diese Grenze gilt speziell für das Verhältnis zwischen Arbeitnehmer und Kunde, was bedeutet, dass die Dauer unabhängig von einem Wechsel des EOR gezählt wird. Ein einfacher Wechsel zu einem anderen EOR setzt die 18-Monatsgrenze nicht zurück.

Das Bundesarbeitsministerium prüft regelmäßig die Inhaber von AUG-Lizenzen. Bei der Prüfung wird gezielt nach Verstößen gegen die 18-Monats-Regelung gesucht.

Was ist nach 18 Monaten zu tun?

Bei der Einstellung von Personal über einen Employer of Record EOR) in Deutschland kann die Weiterbeschäftigung über die 18-Monatsgrenze hinaus auf verschiedene Weise geregelt werden:

Welche Alternativen gibt es zu AUG

Nicht alle Unternehmen wollen sich strikt an die Vorschriften des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes (AÜG) halten und suchen nach alternativen Lösungen. Zwar gibt es durchaus legale Alternativen, doch muss sorgfältig geprüft werden, ob diese Alternativen mit den einschlägigen arbeitsrechtlichen Vorschriften in Einklang stehen. Dadurch wird sichergestellt, dass das Unternehmen "verstecktes Personal-Leasing" vermeidet, das zu rechtlichen Komplikationen und Strafen führen kann.

Bevor sie sich für ein alternatives Modell entscheiden, müssen die Unternehmen sicherstellen, dass sie die Feinheiten des Arbeitsrechts verstehen und eng mit Rechtsexperten zusammenarbeiten, um die Einhaltung der Vorschriften zu gewährleisten. Dies ist nicht nur für den Schutz des Unternehmens entscheidend, sondern auch für die faire Behandlung der betroffenen Arbeitnehmer.

Dienstleistungs- oder Bauaufträge

Ein Dienst- oder Werkvertrag gilt nicht als Personal-Leasing , wenn er zwischen einem Unternehmen (dem Arbeitgeber) und einem Dritten geschlossen wird. Wenn das Unternehmen alle erforderlichen Maßnahmen zur Erreichung des gewünschten wirtschaftlichen Ergebnisses selbständig organisiert, bleibt es für die Erbringung der im Vertrag mit dem Dritten genannten Dienstleistungen oder die Herstellung des vereinbarten Werks verantwortlich. Der Unternehmer kann sich als Erfüllungsgehilfen seiner Mitarbeiter bedienen, die er direkt anweist.

Das wichtigste Kriterium für die Unterscheidung zwischen Dienstleistungs- und Bauaufträgen ist das Vorhandensein eines echten unternehmerischen Risikos auf Seiten des Auftragnehmers. Indikatoren für ein solches Risiko sind u. a. eine detaillierte Beschreibung der im Vertrag zu erfüllenden Aufgaben oder Arbeiten, eine leistungsbezogene Vergütung (z. B. Bezahlung pro produziertem Stück) und die Übernahme von Gewährleistungspflichten. Zusätzliche Faktoren, wie die Bereitstellung eigener Arbeitskleidung oder Werkzeuge, können ebenfalls eine Rolle bei der Einstufung des Auftrags spielen.

Was passiert, wenn ein Unternehmen die Vorschriften des AÜG nicht einhält?

Die Nichteinhaltung der AUG-Vorschriften hat schwerwiegende rechtliche Folgen, einschließlich erheblicher Geldbußen und möglicher strafrechtlicher Anklagen. Unternehmen können bei Nichteinhaltung der AUG-Vorschriften mit Geldbußen von bis zu 500.000 EUR belegt werden, was die Schwere dieser rechtlichen Verpflichtungen verdeutlicht.

Wenn Agenturen gegen das AUG verstoßen, können Verträge und Abtretungen als ungültig angesehen werden. Dies kann zu erheblichen rechtlichen Konsequenzen führen.

Überlässt ein Leiharbeitsunternehmen einen Leiharbeitnehmer ohne AUG-Genehmigung, gilt der Arbeitsvertrag als unwirksam. Er entfaltet daher keine rechtliche Wirkung. Es entsteht ein direktes Arbeitsverhältnis zwischen dem Kundenunternehmen und dem Arbeitnehmer, was rechtliche und finanzielle Fragen erschwert

FAQ

Wie lautet die 18-Monats-Regel in Deutschland?

Die 18-Monats-Regel in Deutschland besagt, dass Leiharbeitnehmer maximal 18 Monate lang im selben Unternehmen eingesetzt werden können. Danach muss ihnen entweder eine Festanstellung angeboten oder sie müssen einem anderen Unternehmen zugewiesen werden. Diese Regelung soll die Arbeitsplatzsicherheit und die faire Behandlung von Leiharbeitnehmern gewährleisten.

Die deutsche AUG-Lizenz (Arbeitsnehmerüberlassung) ist eine obligatorische Genehmigung, die es EOR erlaubt, Arbeitnehmer an Unternehmen zu verleihen. Diese Regelung stellt sicher, dass die Arbeitnehmer bei der Agentur und nicht bei dem Kundenunternehmen unter Vertrag bleiben.

Die Nichteinhaltung der AUG-Vorschriften kann schwerwiegende Folgen haben, darunter Geldbußen von bis zu 500.000 €, rechtliche Verpflichtungen, ungültige Verträge und mögliche strafrechtliche Anklagen. Die Einhaltung dieser Vorschriften ist von entscheidender Bedeutung, um erhebliche Folgen zu vermeiden.

Ein Leiharbeitnehmer kann höchstens 18 Monate lang an dasselbe Unternehmen überlassen werden, bevor er entweder direkt eingestellt oder ersetzt werden muss.

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